Marktwächter warnen vor zwielichtigen Geldanlagen und Schneeballsystemen


Bitte unterstützen Sie uns

Mit einmalig 3 € tragen Sie zur Erhaltung von Verbraucherschutz.com bei und erkennen unsere Leistung an. Jetzt 3,00 Euro per PayPal senden. So können Sie uns außerdem unterstützen.

Mit einem freiwilligen Leser-Abo sagen Sie Betrügern den Kampf an, unterstützen die Redaktion und bekommen einen direkten Draht zu uns.

Unseriöse Angebote gibt es im Internet jede Menge. Das Frühwarnnetzwerk Marktwächter der Verbraucherzentralen warnt vor zweifelhaften Geldanlagen und Schneeballsystemen. Oft sind die Hintermänner unbekannt und können sich unerkannt aus dem Staub machen. Doch böse Fallen lauern auch bei Jobangeboten. 

Laut den Marktwächtern der Verbraucherzentralen beschweren sich immer mehr Verbraucher über undurchsichtige Geschäftsmodelle im Internet. In einigen Fällen liegt der Verdacht nahe, dass es sich um verbotene Schneeballsysteme handelt.

Was ist ein Schneeballsystem und ist es illegal?

Schneeballsysteme finanzieren sich aufgrund einer ständig wachsenden Teilnehmerzahl. Oft gibt es kein Produkt und Gewinne für die Mitwirkenden entstehen allein dadurch, dass neue Teilnehmer angeworben werden. Damit sind diese Geschäftsmodelle auf ein endloses Wachstum angewiesen, um überhaupt funktionieren zu können. Nach dem Motto „Die Letzten beißen die Hunde“ verlieren die Verbraucher, die am Ende des Wachstums einsteigen. Da es unendliches Wachstum nicht gibt, sind Schneeballsysteme immer zum Scheitern verurteilt.

Deshalb ist in Deutschland schon der Versuch ein Schneeballsystem aufzubauen strafbar. Geregelt ist das im § 16 (2) des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb:

„[…] Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. […]“
Auszug aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), §16 (2)

Übrigens: Sie machen sich nicht nur als Initiator eines Schneeballsystems strafbar. Auch wenn Sie als Teilnehmer neue Mitglieder werben, machen Sie sich strafbar.

Verpassen Sie keine Warnung. Hier können Sie uns folgen:
100% Datenschutz - Kein Spam
Aktuelle Warnungen seriös per Mail
Aktuelle Warnungen seriös per Mail

Woran ist ein Schneeballsystem zu erkennen?

Ganz leicht sind Schneeballsysteme nicht zu erkennen, da es oft auf die Betrachtung im Einzelfall ankommt. Allerdings gibt es einige Kriterien, die auf ein illegales Schneeballsystem hindeuten. Lassen Sie die Finger von einer Geldanlage oder einem Produkt, wenn mehrere der nachfolgenden Merkmale zutreffen. Daran können Sie ein Schneeballsystem erkennen:

 Investition in eine lukrative, aber vollkommen unbekannte Anlage
 deutlich überdurchschnittliche Rendite
 Darstellung hoher Gewinne ohne Präsentation von Risiken
 emotionale und euphorische Präsentation des Systems (Reichtum, Anerkennung, sorgenfrei leben)
 unbegrenzte Verdienstmöglichkeiten oder grenzenloser Gewinn bei Anlagen
 keine Anlage der Gelder, stattdessen Ausschüttung an andere Teilnehmer des Systems
 Undurchsichtigkeit – es ist schwer zu erkennen, dass Gelder nicht angelegt werden
 System wird von Unternehmen aus dem Ausland angeboten
 Deutsche Geschäftsführung und Hintermänner mit ausländischer Gesellschaftsform
 keine Möglichkeit auf kritische Fragen zufriedenstellende Antworten zu erhalten
 Zeitdruck – am besten sofort einzahlen oder kaufen
 Sie wurden über Bekannte, Wurfzettel oder Foren angesprochen

So schützen Sie sich vor Schneeballsystemen

Lassen Sie sich von der Euphorie auf Veranstaltungen oder auf Webseiten mit Videos nicht anstecken. Durchdenken Sie das Angebot in aller Ruhe und sprechen Sie mit Außenstehenden darüber. Vergessen Sie die Investition, wenn Sie das Geld nicht haben. Nehmen Sie keinen Kredit für eine Geldanlage auf. Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Ihnen viel Geld für wenig Arbeit versprochen wird.

Es gibt keinen schnellen Reichtum ohne ein hohes Risiko!

Wo bekommen Sie Hilfe, wenn Sie auf ein Schneeballsystem reingefallen sind?

Scheuen Sie sich auf keinen Fall, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Solange Sie noch kein Geld investiert haben, aber misstrauisch sind, hilft der Gang zur Verbraucherzentrale. Die Marktwächter Finanzen sammeln unseriöse Angebote. Damit helfen Sie auch anderen Interessenten. Handelt es sich bei dem vorliegenden Angebot um eine seriöse Offerte, wird die Verbraucherzentrale Ihnen diese Auskunft ebenfalls geben.

Haben Sie bereits Geld investiert und sind Opfer eines Schneeballsystems geworden, dann sollten Sie sich an die nächste Polizeidienststelle wenden und Anzeige erstatten. Alternativ erstatten Sie die Strafanzeige online.

Vorsicht Falle: Ist meine Bewerbung eine Geldanlage?

Diese Frage sollte normalerweise recht eindeutig zu beantworten sein. Windige Geschäftemacher missbrauchen jedoch die Sehnsucht der Verbraucher nach einem ordentlich vergüteten Job. Sie versprechen ein hohes Grundgehalt und täuschen ein Arbeitsplatzangebot vor. Stattdessen sollen Sie an Finanzmärkten handeln.

Jobangebot entpuppt sich als Investment

Jobangebot entpuppt sich als Investment

In dieser Warnung erklären wir, warum Sie nicht jedem Jobangebot trauen können. Auch hier gilt. Viel Geld für wenig Arbeit gibt es nicht.

Haben Sie schon Erfahrungen mit unseriösen Geldanlagen gesammelt und dabei jede Menge Geld verloren? Bitte berichten Sie uns davon, damit wir andere Leser vor derartigen Geschäften warnen können.

Nachricht an die Redaktion schreiben

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht.
Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an per Mail widerrufen.
Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Alternativ senden Sie uns eine E-Mail an [email protected]. Das bietet sich an, wenn Sie uns Spam-Nachrichten, E-Mails mit Phishing-Verdacht oder Nachrichten mit einem möglichen Virus im Anhang zusenden möchten.

Quellen
  • Marktwächter.de
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
  • Landeskriminalamt Berlin
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?
Sending
User Review
5 (1 vote)



Schreibe einen Kommentar