vipauktion.com: Sind die Auktionen seriös oder gewinnt hier nur die Bank?


Werbung:

Bitte unterstützen Sie uns

Mit einmalig 3 € tragen Sie zur Erhaltung von Verbraucherschutz.com bei und erkennen unsere Leistung an. Jetzt 3,00 Euro per PayPal senden. So können Sie uns außerdem unterstützen.

Werden Sie unser Held!

Mit einem freiwilligen Leser-Abo sagen Sie Betrügern den Kampf an, unterstützen die Redaktion und bekommen einen direkten Draht zu uns.
Verpassen Sie keine Warnung:
Mail RSS Icon facebook-button-rund Twitter Icon

2020-03-24 VIP-Auktion
Hier gewinnt das niedrigste Einzelgebot. Oder am Ende doch nur die Bank? (Quelle: Screenshot vipauktion.com)

Auf der Webseite von vipauktion.com finden Sie verschiedene Markenprodukte, die scheinbar versteigert werden. Doch die Auktionen verlaufen nicht so, wie Sie es von anderen Auktionsplattformen kennen. Wir haben uns dieses Auktionshaus näher angesehen und erklären Ihnen, ob und wie Sie hier zu einem Artikel kommen.

Bekannte Auktionsplattformen wie eBay funktionieren nach dem Prinzip – wer in einer bestimmten Zeit den höchsten Preis bietet, hat gewonnen. Dabei zahlt der Verkäufer die entstandenen Gebühren an das Auktionshaus. Wollen Sie einen Artikel ersteigern, müssen Sie am Ende nur den Kaufpreis ohne weitere Gebühren zahlen.

Im Internet haben sich Plattformen etabliert, die nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten. Jedoch werden hier keine Produkte von privaten Personen oder Firmen eingestellt. Die Angebote kommen vom Betreiber des Auktionshauses und jedes Gebot, das Sie abgeben, kostet Geld. Diese Gebühr geht in jedem Fall verloren. Hinzukommt der Kaufpreis für den Artikel, wenn Sie der Gewinner der Auktion sind.


vipauktion.com: Der niedrigste Einzelpreis gewinnt

Ob man dieses System noch als Auktion bezeichnen kann ist fraglich. Es gleicht eher einem Gewinnspiel. Denn bei vipauktion.com gewinnt eine Auktion nicht der Höchstbietende. Hier geht es um das niedrigste Einzelgebot, das nach Ablauf der Zeit abgegeben wurde. Es wäre also theoretisch möglich, einen Artikel zum Preis von 0,01 Euro zu bekommen, wenn dieses Gebot das niedrigste Einzelgebot ist. 

Sie fragen sich sicherlich, wie sich dieses Geschäftsmodel überhaupt lohnen kann. Das ist ganz einfach. Bevor Sie Ihr Gebot abgeben können, müssen Sie VIP-Bietpunkte für je einen Euro kaufen. Um Sie zum Kauf zu animieren, werden Ihnen verschiedene Pakete und Rabattcodes angeboten, bei denen dann sogenannte Bonus-Bietpunkte hinzukommen. Je nach Artikel kostet ein Gebot von 0,20 Euro bis zu 3,00 Euro. Das klingt nicht viel, lohnt sich aber nur für den Betreiber der Plattform. Denn für einen Artikel werden während des Auktionszeitraumes mehrere hunderte Gebote abgegeben.

An einem Beispiel wird deutlich, wer hier der Gewinner ist: 

Zur Auswahl stand ein Amazon-Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro. Ein Gebot kostete 0,50 Euro. Am Ende der Auktion lag das niedrigste Einzelgebot bei 0,31 Euro. Für den Gewinner eine tolle Sache. Bei dieser Auktion wurden mehr als 450 Einzelpreise als Gebot abgegeben. Davon wurden natürlich viele Preise mehrfach geboten. So sind circa 1.000 Gebote zusammen gekommen. Wir haben nachgezählt. Da jedes Gebot 0,50 Euro gekostet hat, wurden mit dieser Auktion circa 500 Euro an Geboten eingenommen. Ziehen wir den Gutschein ab, bleiben noch immer 450 Euro Gewinn für den Betreiber übrig. 

An dieser Stelle könnte dann vom Betreiber argumentiert werden, dass die Gebote bei nicht gewonnener Auktion nicht verloren gehen. Sie können es ja auf der Webseite deutlich lesen:

Wenn Sie bei den Auktionen keinen Zuschlag erhalten,
ERSTATTEN wir Ihnen Ihre Bietpunkte ZURüCK!

Dieser Slogan soll Ihnen vermittelt, dass Sie Ihr Geld nicht verlieren können. Das ist nur auf den ersten Blick richtig, denn es gibt einen Haken bei dieser Sache. Es ist richtig, dass Sie die eingesetzten VIP-Bietpunkte bei einer nicht gewonnenen Auktion erstattet bekommen. Sie werden in sogenannte Premium-Bietpunkte umgewandelt. Diese können Sie allerdings nur dann nutzen, wenn Sie ein weiteres Paket VIP-Bietpunkte kaufen. 

Haben Sie also bei einer Auktion 20 VIP-Bietpunkte verwendet und am Ende nicht gewonnen, erhalten Sie nun 20 Premium-Bietpunkte zurückerstattet. Diese werden zu Bonus-Bietpunkten, wenn Sie mindestens 20 neue VIP-Bietpunkte kaufen. Sie sollten dabei aber bedenken, dass Sie zwar mit den Bonus-Bietpunkten an Auktionen teilnehmen können, diese aber nach Ende der Auktion verfallen. Diese werden Ihnen nicht erneut gut geschrieben. Somit haben Sie spätestens bei der zweiten Auktion, Ihr Anfangskapital verbraucht und bekommen es nicht erstattet.

Unser Fazit:

Bei einer Auktion auf vipauktion.com können Sie eine Menge Geld sparen oder eben auch verlieren. Es handelt sich um ein Glücksspiel, da es von Ihrem Glück abhängig ist, ob Sie gewinnen oder verlieren. Die Angebote sind verlockend, allerdings gleicht die Chance, tatsächlich den Artikel nach Ablauf der Zeit zu erhalten, einer Lotterie. Die Preisangebote mit den Rabatten und Bonuspunkten und die Versprechungen sind am Ende nichts Wert, denn hier gewinnt nur einer und das ist der Betreiber dieser Plattform.

Haben Sie Erfahrungen mit vipauktion.com gemacht oder kennen Sie eine weitere Plattform, die nach dem gleichen Schema arbeitet? In den Kommentaren unter unserem Artikel können Sie uns und unseren Lesern Ihre Erfahrungen schildern. Sie können sich auch gern per E-Mail unter der kontakt@verbraucherschutz.com an uns wenden.

War dieser Artikel für Sie hilfreich?
Sending
User Review
0 (0 votes)

Kommentar hinterlassen

.Your email address will not be published.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar