Sind die 1-2 Cent-Münzen zu teuer und werden abgeschafft?


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Die Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind schon länger in der Kritik. Kunden empfinden das Kleingeld nur als Ballast im Portemonnaie, der hohe Preis und ein hoher Aufwand bei der Herstellung werden beklagt. Nun gibt es einen neuen Vorstoß zur Abschaffung der Münzen.

Die EU-Kommission will das Ende der Ein- und Zwei-Cent-Münzen nun durchsetzen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Zu hoch sind die Nachteile und Herausforderungen, die durch die Nutzung entstehen. Dann müssten zwar bei Barzahlung die Beträge auf- oder abgerundet werden, in einigen Staaten der EU ist dies aber schon gängige Praxis. Die Münzen werden meist nur als Wechselgeld verwendet, weniger zur Zahlung. Händler nutzen gerne den verkaufsfördernden Effekt der Preisschwellen, denen sie sich mit Centbeträgen annähern. Die Mini-Rückgaben finden sie aber teuer und mühsam.

Freilich würden sich die Händler über die Aufrundung freuen, auf die Einige von ihnen ohnehin hoffen.  Für den Verbraucher ist die die Rundung der Preise jedoch unattraktiv. Schließlich werden die Preise in der Regel aufgerundet. Und das hat zur Folge, dass es insgesamt teuerer wird.

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Ein-Cent-Münze kostet mehr als sie wert ist

Bundesbank und Bundesregierung waren bisher von der Verwendung der Mini-Äquivalente überzeugt. Aber Jens Gieseke, Europaabgeordneter der CDU, ist wenig angetan von den Kupferpfennigen: „Die Kosten für die Produktion dieser Kleinstmünzen sind höher als ihr Nutzen: So kostet die Produktion einer Ein-Cent-Münze 1,65 Cent.“ Das Runden der Preise soll aber bei Kartenzahlung nicht möglich sein, sondern nur bei Barzahlung. Der Einzelhandel lehnt freiwillige Rundungsregeln ab, wenn sie nur national gelten. Sollte aber europaweit geregelt gerundet werden, ist der Handel selbstverständlich dabei.

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Abschaffung kleiner Preise oder gar des Bargeldes ist nicht akzeptabel

So weit die eine Fraktion der Debatte. Auf der anderen Seite positionieren sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der CSU-Generalsekretär Markus Blume nach Berichten des Tagesspiegel wie folgt: „Wer den Cent nicht ehrt, dem ist Freiheit nichts wert! Hände weg von unserem Bargeld“, so der CSU-Stratege. Der Finanzminister hingegen gibt sich gelassen. Es müsse weiterhin möglich sein, „dass man sein Geld vernünftig ausgeben kann, und dass, wenn es kleine Preise gibt, man auch mit kleinen Geldmünzen bezahlen können soll“.

Scholz fügte hinzu, er habe Zweifel, ob der EU-Vorschlag die einzelnen Staaten überhaupt erreichen werde. Der Tagesspiegel vermutet, diese Prognose könnte zutreffen. Die Kommission hat zwar bereits eine Prüfung zugesagt, der Kommissionsvize Maros Sefkovic sieht hingegen noch Bedarf bei der Bestimmung einheitlicher Regeln für die Rundung der krummen Preise. Die „Welt“ hingegen berichtet, Markus Ferber lasse „alle Alarmglocken schrillen“. Der EU-Abgeordnete der CSU befürchtet, dass mit der anstehenden Diskussion „der Einstieg in den Bargeldausstieg vorbereitet“ wird.

Der Entwurf der EU-Kommission liegt mittlerweile in zwei Fassungen vor. Im ersten Entwurf hieß es noch, Ziel sei „die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen“. Die Endfassung, veröffentlicht am Mittwoch, liest sich moderater. Hier geht es nur noch um eine „Evaluation der Nutzung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen“.

Sparschweine der Kinder dürften verhungern

Leidtragende dieser möglichen Reform könnten auch die jüngsten Verbraucher sein. Nicht selten erhalten Kinder vor allem Kleingeld für Ihre Spardose. Fällt dieses Hartgeld nun weg, ist fraglich ob alle Familien auch hier problemlos aufrunden können. Und auch karitative Vereinigungen profitieren an der Supermarktkasse oder beim örtlichen Bäcker oft vom Wechselgeld. Sie sammeln das Kleingeld nämlich als Spende ein. Und daraus wird durchaus Großes.

Was halten Sie von der Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen? Sehen Sie auch, dass hier der Beginn der Abschaffung des Bargeldes droht oder erfreuen Sie sich, weil Ihre Geldbörse leichter wird. In den Kommentaren unterhalb des Artikels ist Ihre Meinung gefragt und Sie können mit anderen Lesern über dieses Thema diskutieren.




Ein Gedanke zu „Sind die 1-2 Cent-Münzen zu teuer und werden abgeschafft?“

  1. Die Geldbörse wird zwar leichter. Aber andererseits macht die Abschaffung das Leben schwerer:

    Preise wie 1,99 Euro für eine Crème o. Ä. gehören dann der Vergangenheit an, Klar denkt man jetzt anfangs: 1 Cent mehr zahlen – was ist das schon? Aber wenn man bedenkt dass man z. B. auch mal mehr kauft, dann kann das schon so ziemlich ins Geld gehen. Bei 10 Produkten wird’s dann gleich mal so um die 10 – 20 Cent teurer – und für manche ist das recht viel Geld – ich spreche aus Erfahrung. Ich bin froh um jeden kleinsten Betrag den ich nicht zahlen muss. Und ich bin froh wenn ich auch mal – so wie früher in der Kindheit – mal ein Paar Cent in die Spardose werfen darf! Denn auch das sammelt sich und wächst. Wenn ich mal ein Paar Euro gesammelt habe kann ich mir auch mal wieder was kleines nettes gönnen.

    Dass dann für benannte Beispielcreme von oben 1,95 Euro verlangt werden scheint mir recht utopisch. Vor Allem bei den ach so armen Großkonzernen & deren Supermarkt- und Drogerieketten. Denen kommt das ja grad recht wenn sie jetzt glatte 2 € anstelle von 1,99 verlangen dürfen. Bei tausenden von verkauften Crèmes freut sich der Ober-Chef von so einer Riesenfirma dann schon über 100 Euro mehr – von dem das Personal wohl recht wenig sehen dürfte…

    Und wenn man dann nur noch für Bargeldlos-Zahler die alten 1,99 Euro weiterhin verlangt entsteht wahrscheinlich ein Skandal: Überzeugte Barzahler fühlen sich dann freilich voll benachteiligt.

    Und ich persönlich kenn beides: Ein Pärchen das nach Möglichkeit bloß noch alles ohne Bargeld begleicht – bei denen wird natürlich auch rechtviel online bestellt, und ein Paar weitere Freunde & Bekannte + Verwandte die weder zur Kartenzahlung noch zum Online-Einkauf greifen würden; die gehen zum Einkaufen ab in den Laden und zahlen alles noch vollständig in Bar!

    Ich für meinen Teil mache ein Mischmasch aus beidem! 😀

    Und im Übrigen sagt man ja immer: Never leave a running system! Mit soooo vielen Neuerungen zu Ungunsten der Verbraucher, Kleinunternehmer und Arbeitnehmer ham wir hierzulande schon so viel kaputt gemacht. Wieso sollen wir das Ganze dann immer noch schlimmer und noch schlimmer machen?

    Lange Rede kurzer Sinn: Lasst es doch einfach so, wie es ist. Wird schon so passen 🙂 Außer, die Politiker wollen mal wieder so aufreißerisch drauf sein und meiner Oma gaaanz unbedingt Angst einjagen wegen ihrem alt eingesessenen Einkaufsverhalten! Na vielen Dank auch für eure ausgesprochene Hilfe da oben in der Regierung! 🙁

    Tatjana

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