Banken erhöhen Preise für Girokonten – Das können Sie jetzt tun


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Bankgeschäfte werden in letzter Zeit immer teurer. Bei Girokonten drehen die Kreditinstitute gewaltig an der Kostenschraube. Im Endeffekt steigen die Kontoführungsgebühren, was bei ausbleibenden Zinsen auf das Guthaben häufig einer Art Geldvernichtung gleich kommt.

Zum Jahresbeginn 2020 haben fast 200 Banken und Kreditinstitute ihre Preise für Girokonten angehoben. Viele Kontoinhaber fühlen sich dadurch verunsichert und fragen sich, was jetzt zu tun ist. Besonders in ländlichen Regionen rechnen Verbraucherschützer mit rekordverdächtigen Preiserhöhungen für Girokonten. Ebenso sind kleinere Städte von den Preisanstiegen besonders betroffen. Obwohl im vergangenen Jahr über 500 Banken bereits ihre Gebühren für Girokonten und die Kontoführung erhöht hatten, ist die neue Runde der Preiserhöhung nochmals signifikant.

In kleineren Städten und auf dem Land scheint der Konkurrenzdruck für die Kreditinstitute nicht so hoch zu sein, wie in Metropolen. Dies kann jedoch nicht als einziger Grund für die Preiserhöhungen bei den Girokonten durchgehen. Vielmehr zeigen die Banken, was ihre Preisgestaltung angeht, eine erhöhte Kreativität. Das zeigt sich beispielsweise auch an der Tatsache, dass viele Leistungen rund um Girokonto, die einst über viele Jahre gratis waren, jetzt plötzlich gebührenpflichtig werden.

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Sie müssen die teuren Konten nicht akzeptieren

Es verfestigt sich der Eindruck, die Banken würden derzeit alles nur Erdenkliche dafür tun, damit die Kunden den Filialen fernbleiben. Die Erhöhung der Preise betrifft längst nicht mehr nur einzelne Leistungen, sondern betrifft auch klassische Durchschnittspreise, wie etwa beim Basisgirokonto für jedermann.

Sie sollten sich mit dieser Preiserhöhungsspirale für das eigene Girokonto nicht zufriedengeben. Auch wenn vielleicht die Bindung an die eigene Bank über Jahre gewachsen ist, sollten Sie über einen Wechsel zu einem anderen Girokonto-Anbieter nachdenken. Der Wechsel zu kostenlosen Anbietern von Girokonten, die es auch heutzutage immer noch gibt, ist in Zeiten des Internets denkbar einfach. Und dies auch vor dem Hintergrund, dass der Anbieter des neuen Girokontos meist sämtliche Formalitäten übernimmt. Aus bürokratischen Gründen braucht sich also niemand davor zu scheuen, zu einer Bank mit gratis Girokonto oder wenigstens günstigen Konditionen eines Girokontos zu wechseln.

Das können Sie bei Gebührenerhöhung für das Girokonto tun:

  • Akzeptieren Sie die Preiserhöhung für Kontogebühren, dann zahlen Sie für die Verwaltung Ihres Geldes oft langfristig mehr. Allerdings kann sich ein Gespräch mit der Bank lohnen. Denn oft gibt es verschiedene Kontomodelle, sodass Sie durch einen Wechsel des Tarifes Geld sparen und bei Ihrer Hausbank bleiben können.
     
  • Sind Sie mit der Preiserhöhung nicht einverstanden, dann können Sie den Vertrag kündigen. In diesem Fall müssen Sie sich einen neuen Anbieter suchen. Wenn Sie sich vorstellen können, Ihre Geldgeschäfte über das Internet zu erledigen, werden Sie sicher schnell eine Bank mit einem kostenlosen Girokonto finden.
     
  • Auch ein Widerspruch zur Anpassung der Entgelte ist möglich. In diesem Fall muss die Bank das Girokonto zu den bisherigen Konditionen weiterführen. In der Regel wird Ihnen in diesem Fall die Bank das Konto kündigen. Das geht seitens der Bank mit einer Kündigungsfrist von mindestens 2 Monaten. In dieser Zeit müssen Sie sich eine neue Bank suchen.
     
  • Nehmen Sie Kontakt auf und fordern Sie Kulanz ein. Zwar gelingt das bei großen Banken zunehmend seltener. Doch je nach Ihrem Status bei der Bank kann auch das gelingen.

Angst müssen Sie vor dem Wechsel der Bankverbindung nicht haben. Gerade wenn Sie das Onlinebanking nutzen, ergeben sich nicht nur viele Sparpotenziale. Auch der Wechsel ist besonders einfach. Und die Bank ist sogar verpflichtet, Ihnen dabei zu helfen.

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Kostenloses Privat-Girokonto bei etwa 40 Anbietern möglich

Welches Girokonto für die eigenen Bedürfnisse dabei am besten geeignet ist, kann auch mithilfe eines Onlinevergleiches meist leicht herausgefunden werden. Es genügt dabei völlig, einige Basisdaten zur persönlichen Situation einzugeben und schon werden mögliche Anbieter von kostenlosen Girokonten angezeigt.

Immerhin gibt es auch heutzutage noch etwa 40 Banken und Kreditinstitute, welche für ein privates Girokonto keine Kontogebühren erheben. Umfragen unter diesen Banken haben zudem ergeben, dass meistens auch zukünftig auf Kontoführungsgebühren für Girokonten verzichtet werden soll. Bei einem solchen Anbieter hat der Verbraucher also quasi die Garantie, von einer dauerhaften kostenlosen Kontoführung seines Girokontos profitieren zu können.

Die Bedingungen der einzelnen Bankhäuser sollten dennoch vor einem Wechsel genau verglichen werden. So ist es beispielsweise nicht selten, dass völlige Gebührenfreiheit von monatlichen Geldeingängen abhängig gemacht wird. Auch wenn Sie nicht über regelmäßige, monatliche Gehaltseingänge verfügen und trotzdem für Ihr Girokonto nichts bezahlen möchte, können Sie auf jeden Fall fündig werden. Zudem ist es wichtig, dass Sie problemlos an Bargeld kommen.

Übrigens: Ihr Geld ist auf deutschen Banken, die eine Vollbankerlaubnis besitzen, gleichermaßen sicher. Denn diese Banken sind kraft Gesetzes Mitglied in einem Einlagensicherungssystem. Das bedeutet, dass Sie entschädigt werden, wenn die Bank in Schieflage gerät oder gar Pleite geht. Der gesetzliche Entschädigungsanspruch für Einlagen beträgt grundsätzlich maximal 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei Gemeinschaftskonten verdoppelt sich der Anspruch.

Dürfen Banken die Preise beliebig erhöhen?

Grundsätzlich sind Banken und Sparkassen berechtigt, die Preise zu erhöhen. Verbraucher haben oft das Gefühl, dass die Preisanpassungen unangemessen hoch sind und deshalb eventuell unzulässig sein könnten. Das ist in der Regel jedoch nicht der Fall, da die Preisgestaltung bei Bankgeschäften nicht so stark reglementiert ist, wie das beispielsweise im Bereich der Postdienstleistungen der Fall ist. Bei Banken liegen die Grenzen bei den Voraussetzungen für Wucher oder ein sittenwidriges Geschäft, was in der Regel nicht nachgewiesen werden kann.


Und was ist mit Werbeversprechen der Banken?

Viele Verbraucher haben ihr Girokonto bei der Hausbank eröffnet, als dieses noch kostenlos war. Später wurden die Preise dann Stück für Stück erhöht. Muss sich die Bank an früher gemachte Werbeversprechen halten, wenn diese beispielsweise ein „lebenslang kostenloses Girokonto“ versprochen hat. Ja, daran besteht kein Zweifel. An diese Versprechungen müssen sich die Kreditinstitute halten. Allerdings kommt es häufig auf die genaue Formulierung an. Doch am Beispiel der Postbank ist zu sehen, dass die Kontoführung kostenlos bleiben muss, wenn die Bank beispielsweise ein Girokonto mit „Kein Entgelt – dauerhaft und bedingungslos“ beworben hat. 

Wichtig: Die Banken und Sparkassen erinnern sich häufig selbst nicht an ihre eigenen Versprechen. Hier müssen Sie als Kunde aktiv werden und die Bank mit der entsprechenden Argumentation und möglichen Nachweisen an das Gratis-Konto erinnern.




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