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Chitosan – aus Krabbenschalen Geld machen – keine nachweisliche Hilfe bei der Gewichtsreduktion


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Chitosan sollen viele positive Eigenschaften auf die Gesundheit haben, so dass sie von den Herstellern als ausgezeichnetes Produkt angepriesen werden. Die Nahrungsergänzungsmittel mit Chitosan sollen freies Fett binden und somit ein idealer Begleiter zur Gewichtsreduzierung sein. Zudem sollen sie den Cholesterinspiegel senken, aber die Wirkung und die Studienlage sind sehr dürftig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass die Nahrungsergänzungsmittel mit Chitosan bei einer effektiven Gewichtsreduzierung helfen.
  • Sie können den Cholesterinspiegel viel effektiver mit einer Ernährungsumstellung senken, wenn das notwendig ist.
  • Wenn Sie eine Krusten- oder Schalentierallergie haben, dann sind die Chitosan aus tierischer Herkunft für Sie nicht geeignet.

Die Werbung von Chitosan

In Supermärkten, Reformhäusern und Apotheken gibt es Fettblocker mit Chitosan zu kaufen, wobei es die Produkte als Pulver oder in Kapsel- und Tablettenform gibt.

Sie werden als Medizinprodukt angeboten und unterliegen nicht dem Lebensmittelrecht, sondern wirken prinzipiell rein physikalisch. Angeblich soll das enthaltene Chitosan das Nahrungsfett binden und das mit einer 8-fachen Menge. Aber Sie sollten wissen, dass allein die Einnahme eines solchen Produkts nicht hilft, sondern auch eine kalorienreduzierte Ernährung muss sein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

In einigen Nahrungsergänzungsmitteln ist Chitosan, Schalentier-Kutikula-Extrakt, enthalten, aber der Wirkstoff dient weniger der Gewichtsreduzierung, sondern eignet sich eher zur Senkung des Cholesterinspiegels.

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Die Verwendung von Chitosan-Produkten

Chitosan-Produkte können Sie heute in vielen Geschäften und im Internet kaufen, aber bei der Anwendung sollten Sie sich immer die Hinweise des Herstellers zu Herzen nehmen.

  • Wichtig ist, dass tierisches Chitosan nicht für Personen geeignet ist, die eine Krusten- oder Schalentierallergie aufweisen. Das Produkt muss mit einem Warnhinweis ausgestattet sein und außerdem sollten Hausstaubmilbenallergiker genau hinschauen.
  • Die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, essentiellen Fettsäuren und eingenommenen Medikamenten kann durch die Blockade von Nahrungsfetten verhindert werden. Halten Sie unbedingt einen zeitlichen Abstand von mindestens vier Stunden bei der Einnahme ein.
  • Verzichten Sie auf die Einnahme von chitosanhaltigen Produkten, wenn Sie akute Verdauungsbeschwerden oder Erkrankungen (Refluxkrankheit (GERD, Refluxoesophagitis), Magen-Schleimhaut-Entzündung (Gastritis), Stoffwechselstörungen, Probleme mit dem Darm (Magen-Darm-Geschwüre, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikulitis, Anzeichen eines Darmverschlusses (Ileus), Darmpolypen)) haben.
  • Holen Sie sich vor der Einnahme einen ärztlichen Rat ein, wenn Sie regelmäßig Medikamente gegen Epilepsie oder Blutverdünner einnehmen. Idealerweise lassen Sie sich zudem in der Apotheke beraten, damit es nicht zu Hemmungen mit anderen Medikamenten kommt. Wenn Sie an Diabetes leiden, dann sollten Sie sich bei einem Arzt vorstellen.
  • In der Regel sind die Chitosan-Produkte aus tierischer Herkunft und wenn Sie auf ein Produkt aus Pilzen setzen möchten, dann sollten Sie auf den Hinweis „für Veganer / Vegetarier geeignet“ achten!
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Chitosan

Der Begriff „Chitosan“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Hülle“ oder „Panzer“.

Es handelt sich, chemisch gesehen, um ein Polyamino-saccharid und wird auch als Polyglucosamin bezeichnet. Gewonnen wird der Stoff aus Chitin, wobei die Hauptquelle immer die Schalen von Krabben und Garnelen sind. Aus dem Grund sollten Personen, die allergisch auf Krusten- und Schalentiere sind, auf die Einnahme von Chitosan aus tierischer Herkunft verzichten. Im Grunde handelt es sich bei Chitosan um ein Abfallstoff aus der Lebensmittelindustrie, denn die Panzer von Krabben, Krebsen und Garnelen werden eigentlich entsorgt. Sie dienen ansonsten als Bindemittel in der Kosmetik oder kommen als Emulsionsstabilisator zum Einsatz.

In einigen Pilzen ist Chitin und auch Chitosan enthalten, so dass auch vegane und vegetarische Personen solche Produkte zu sich nehmen können.

Es ist umstritten, ob und inwieweit Chitosan als Zutat in Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland zulässig ist. In einigen anderen EU-Ländern ist die Zutat durchaus erlaubt, so dass im Zuge der gegenseitigen Anerkennung Österreich die Produkte auch nach Deutschland bringen darf. Vermutlich ist aber gegen ein chitosanhaltiges Pflanzenextrakt nichts einzuwenden, denn Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.

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Die Wirkung von Chitosan

Chitosan ist ein quellendes Produkt und dann entsteht ein leicht sättigendes Gel, so dass ein Teil der Nahrungsfette, fettlösliche Stoffe und Gallensäure sich daran binden und im Endeffekt ausgeschieden werden.

Zwischen 20 und 25 g Nahrungsfett soll dadurch am Tag gebunden werden, aber das ist abhängig vom Produkt selber. Bei dieser Menge handelt es sich etwa um 1/6 des Fettes, die ein Deutscher durchschnittlich am Tag zu sich nimmt und somit eindeutig zu wenig, um einen sehenswerten Effekt zu erzielen. Außerdem ist bis heute nicht klar, ob dieser Effekt nur in einem Reagenzglas funktioniert oder auch im Körper.

Bei den Tierversuchen sind deutlich höhere Chitosan-Mengen zum Einsatz gekommen, wobei die Mengen mit den 20 bis 25 g Tagesbedarf eines Menschen übereinstimmen würden. Allerdings sind diese Studien nicht aussagekräftig, so dass die Studienlage eigentlich immer noch recht dürftig ist. Neun Studien wurden zwischen 1996 und 2016 durchgeführt und nur eine hat eine gute Qualität erreicht. Drei der Studien wurden von der Industrie bezahlt, aber die Teilnehmerzahl lag nur bei 10 bis 125 Personen in einer Gruppe. Fünf Studien konnten Erfolge erzielen und drei nicht.

Belegt: Chitosan hilft nicht beim Abnehmen

Eine Studie, die als erfolgreiche Humanstudie zitiert wird, wurde nicht nur mit Chitosan durchgeführt. Die Teilnehmer mussten gleichzeitig eine Diät einhalten und durften nur 950 bis 1.000 kcal zu sich nehmen. Bis zu 2 kg Gewichtsverlust sind innerhalb von 6 Monaten möglich, aber bei langfristigen Untersuchung reduziert es sich auf 500 g. Die Studien mit guter Qualität haben gezeigt, dass eine Wirksamkeit fehlt. Somit dürfen die Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel mit Chitosan nicht mit der Gewichtsreduzierung werben. Das ist auch die Einschätzung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde.

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Hersteller reagieren

Die Hersteller haben darauf reagiert und werben nicht mit der Wirksamkeit, sondern setzen auf eine andere Formulierung. In den Gebrauchsinformationen steht „in Verbindung mit einer ausgewogenen, fettnormalisierten Ernährung (60 – 80 g Fett am Tag) und Bewegung“ oder „zur Unterstützung einer Reduktionsdiät“.

Durch die Einnahme von Chitosan ist der Erhalt eines normalen LDL-Cholesterinspiegels möglich, weil der Stoff Gallensäure bindet, aber die Senkung eines zu hohen Wertes ist nicht möglich. Laut EFSA ist eine tägliche Einnahme von 3 g Chitosan notwendig, um einen solchen Effekt zu erzielen.

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Fragen & Antworten

FAQs zum Thema Chitosan

1. Welche Pilze enthalten Chitosan?

Chitosan befindet sich nur in Pilzen aus der Klasse der Zygo- myceta wieder.

2. Ist Chitosan gesund?

Chitosan ist nicht ungesund, aber wenn Sie Chitosan-Produkte rein zur Gewichtsreduzierung nehmen wollen, dann gibt es effektivere Möglichkeiten.

3. Können Chitosan-Produkte Nebenwirkungen auslösen?

Wenn Sie keine allergischen Reaktionen in Bezug auf Krusten- oder Schalentiere zeigen, dann sollten keine Nebenwirkungen auftreten.

4. Kann ich die Chitosan-Produkte auch ohne ärztliche Anweisung nehmen?

Ärztlichen Rat sollten Sie immer dann einholen, wenn Sie Allergiker sind oder andere Medikamente regelmäßig einnehmen müssen.

5. Wo kann ich Produkte mit Chitosan kaufen?

Mittlerweile gibt es Chitosan-Produkte in gut sortierten Drogerien, aber überwiegend im Internet.

Alternative Vertriebswege für Arzneimittel – Versandapotheke oder doch Filialapotheke?

Medikamente werden heute auf unterschiedlichen Wegen angeboten, egal ob über eine Apotheke vor Ort, den Versandhandel oder einer Drogerie. Jeder Weg bietet Ihnen Vor- und Nachteile.

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Fazit

Chitosan ist im Grunde ein Abfallprodukt und wird aus Schalen von Krabben und Krebsen gewonnen. Die Hersteller sind der Überzeugung, dass Chitosan-Produkte beim Abnehmen helfen können, aber ohne eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist das nicht möglich. Sollten Sie auf Schalen- und Krustentiere allergisch reagieren, dürfen Sie Chitosan-Produkte aus tierischer Herkunft nicht einnehmen.

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