Neue Betrugsmasche: Spanische Polizisten ermitteln in Deutschland


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Kriminelle klingeln ganz gezielt bei Senioren, die vor einigen Jahren einmal etwas bei einem Haustürgeschäft von Spaniern gekauft haben. Es geht um Mäntel, Messersets oder elektronische Geräte. Jetzt stehen die Ganoven als spanische Polizei vor der Tür und haben Fragen. 

Der Enkeltrick war gestern, heute gibt es eine noch perfidere Variante. Schon seit geraumer Zeit sind Betrüger dazu übergegangen, sich nicht mehr als Enkel des Opfers auszugeben, sondern als Mitarbeiter der Polizei. Angeblich ist es dringend, Bargeld oder Wertgegenstände zu überprüfen oder in Sicherheit zu bringen. Mit zum Teil erheblichen Einbußen für die ahnungslosen Geschädigten, meist Ältere oder Alleinstehende.

Die Masche wird in verschiedenen Varianten aufgeführt. Im neuesten Fall besuchen zwei Personen einen 86-jährigen Rentner. Sie gaukeln ihm vor, sie seien Polizisten aus Spanien und arbeiten mit der örtlichen Polizei zusammen. Anlass des Besuchs: Im fernen Spanien wurden zwei Personen festgesetzt, die dem Senior vor 18 Monaten ein Messerset und elektrische Geräte verkauft haben, berichtet das Polizeipräsidium Neubrandenburg.

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Transportprobleme eines Verkäufers führten zum damaligen Geschäft

Und diese Angaben der Kriminellen sind sogar zutreffend: Der Rentner hatte im Jahr 2018 in der Tat für einige Hundert Euro von zwei Personen die beschriebenen Waren gekauft, bei einem „Haustürgeschäft“ ebenfalls von zwei Spaniern. Diese hatten vorgegeben, die Gegenstände verkaufen zu müssen. Denn sie dürften die Waren beim Rückflug in ihre Heimat nicht im Flieger transportieren.

Deshalb musste nun die Befragung des älteren Herrn stattfinden, durchgeführt von zwei angeblichen Polizisten, die aber mit den spanischen Hausierern wohl nicht identisch sind. Und weil sie gerade dabei waren, sollte er auch gleich das vorhandene Bargeld zur Prüfung herausgeben. Auf dem Polizeirevier könne er sich am Abend die Scheine wieder abholen. Mehr als 30 000 Euro gab der Mann den falschen Beamten. Die Enttäuschung war groß, als abends auf der Polizeiwache der Betrug aufflog.

Die „nationale“ Variante dieses Betrugs wird ohne ausländische Beteiligung durchgeführt. Eine angebliche Polizeiermittlerin ruft an und warnt vor einer Bande, die das Konto einer 76-jährigen auf Null setzen wolle. Deshalb sollte sie vorsichtshalber das Geld abheben und dem BKA zur sicheren Aufbewahrung übergeben. Der bald darauf erschienene Mitarbeiter war natürlich kein BKA-Beamter.

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So schützen Sie sich vor falschen Polizisten

Immer wieder wird von ähnlichen Straftaten berichtet, besonders häufig werden ältere Mitbürger geschädigt. Deshalb sind besondere Verhaltensregeln dringend anzuraten: Bargeld oder Wertsachen niemals an Unbekannte herausgeben, auch nicht wenn sich die Betrüger als Mitarbeiter der Polizei ausgeben.

Niemals wird ein echter Polizist zu Ihnen nach Hause kommen und den Familienschmuck oder Ihre Ersparnisse verlangen. Dies gilt auch bei bereits laufenden Ermittlungen. 

Sollte auch bei Ihnen ein falscher Polizist auftauchen und Wertsachen verlangen, seien Sie sicher, dass gerade vor Ihren Augen ein Betrugsversuch stattfindet – mit Ihnen als Opfer. Wählen Sie die 110 und informieren Sie die Polizei.




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