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Polizei warnt: Falscher BKA-Beamter kassiert Kaution für Haftbefehl


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Falsche BKA-Beamte machen mit falschen Polizisten gemeinsame Sache und versuchen ahnungslose Menschen abzuzocken. Als Köder dient ein internationaler Haftbefehl. Das potenzielle Opfer soll eine Kaution hinterlegen, auf die es die Kriminellen abgesehen haben. Im Raum Olpe hat es einen 79-jährigen Rentner erwischt.

Die Masche ist nicht neu, aber immer wieder abstoßend und widerlich. Meist ältere, alleinstehende oder geschwächte Personen werden Opfer von skrupellosen Betrügern, die sie subtil unter Druck setzen, um so leichter an ihre Ersparnisse zu kommen. Wenn die Betroffenen nicht wachsam sind und sich leichtgläubig auf die Forderungen einlassen, sind oft die Leistungen eines gesamten Lebens auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Besonders beliebt bei rücksichtslosen Zeitgenossen ist der Trick mit der „falschen Polizei“, der seit einiger Zeit in diversen Varianten immer wieder die Behörden beschäftigt. So wurde kürzlich ein 79-jähriger Senior Opfer eines solchen Betruges, den er zur Anzeige brachte.

Haftbefehl in der Türkei

Zunächst wurde er mehrfach von einem vermeintlichen Polizeibeamten angerufen. Weil dies wohl erfolglos blieb, meldete sich schließlich sogar ein Kriminaldirektor des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden bei dem Rentner. Mit einer manipulierten 0090-Vorwahl rief er den 79-jährigen an und erklärte, in der Türkei sei ein Strafverfahren gegen ihn anhängig, und sein persönliches Erscheinen sei dazu dringend notwendig. Für den Fall, dass er nicht vor Gericht aussage, würde wegen „diverser Straftaten“ ein internationaler Haftbefehl beantragt, um ihn aus dem beschaulichen Lennestadt an den wilden Bosporus zu verbringen.

Aber es gebe noch Hoffnung, dass er in seiner Heimat bleibt: Mit einer nicht unerheblichen Kaution könne er sein Schicksal noch abwenden, und der Haftbefehl im Falle des Nichterscheinens werde ausgesetzt. Der falsche Polizist setzte den Senior massiv unter Druck und verlangte, er solle niemandem von der Angelegenheit erzählen und die Sache im eigenen Interesse besser für sich behalten. Verunsichert und eingeschüchtert, willigte der Rentner am Ende ein und überwies eine fünfstellige Summe auf ein Konto in Deutschland. In der folgenden Zeit kam es noch zu weiteren Anrufen, aber der 79-jährige lies sich nicht erneut einschüchtern. Stattdessen ging er zur Polizei in Lennestadt und erstattete Anzeige.

Keine Daten preisgeben und nicht überweisen

Bei der Polizei wurde das Opfer darüber informiert, dass die Methode nicht neu ist: Betrügern gelingt es immer wieder, ältere Mitbürger mit Telefonanrufen zu verunsichern und dann zu Überweisungen zu zwingen. Die Polizei ruft aber nicht beim Bürger an, um persönliche Daten zu erfahren oder Überweisungen zu fordern. Die im Handy erscheinende „110“ ist immer gefälscht. Der Angerufene sollte bei der örtlichen Dienststelle nachfragen, ob es diesen anrufenden Polizisten tatsächlich gibt.

Außerdem sollten Sie niemals sensible Informationen über sich oder Ihre Vermögensverhältnisse an fremde Personen weitergeben und auf gar keinen Fall Beträge auf unbekannte Konten überweisen. Wenn der Verdacht besteht, ein Trickbetrüger habe angerufen, sollten Sie sofort die Polizei verständigen.

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