Skype: Anonyme Chats gefährden die Privatsphäre


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Skype erlaubt seit Neuestem anonyme Chats ohne jegliche Anmeldung. Diesen Service von Microsoft haben wir uns genauer angesehen. Öffnet diese Funktion Tür und Tor für neuen Spam und wie gefährlich ist das für Kinder und Jugendliche? In diesem Artikel beleuchten wir kritisch die Gefahren von anonymen Skype-Chats.

Skype ist ein Instant-Messaging-Dienst von Microsoft. Bisher konnte das Chatprogramm nur nach einer Anmeldung mit einem Skype-Konto oder einem Microsoft-Account genutzt werden. Notwendig war zudem eine Software, die sogenannte Skype-App, die auf dem Computer oder dem Smartphone installiert sein musste. Letzteres hat Skype vor einigen Monaten mit einer Web-App erweitert, sodass Chats in abgespeckter Form auch über den Browser möglich sind.

Jetzt geht Skype einen ganz neuen Weg und bietet Skype-Chats vollkommen anonym an. Das bedeutet, dass der Nutzer sich nicht mehr anmelden muss, um mit anderen Teilnehmern zu chatten. Lediglich ein spezieller Link zum Chat ist notwendig. In Bezug auf die Sicherheit ist diese Funktion aus unserer Sicht nicht ganz unproblematisch. Außerdem ist denkbar, dass damit neuer Spam entsteht, den keiner haben möchte.

Welche Funktionen bietet der kostenlose und anonyme Chat von Skype?

Mit dem anonymen Skype-Chat nutzen Sie viele Kernfunktionen des normalen Chats. So lassen sich beispielsweise anonym

✔︎ Videoanrufe tätigen

✔︎ Gruppen-Chats führen

✔︎ Sprachanrufe durchführen

✔︎ Fotos und Dateien versenden

✔︎ Emoticons und Mojis senden

Nicht nur die reinen Chatfunktionen stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Auch die Tatsache, dass Sie nie wissen, wer dem Chat beitreten kann, ist vor allem eine Gefahr für Kinder und Jugendliche.

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Anonymer Chat ist unkontrollierbar mit Skype-App verknüpft

Eine große Sicherheitslücke gibt es, wenn Sie die normale Skype-App auf Ihrem Computer mit Anmeldung nutzen und einen Einladungslink zu einem anonymen Chat bekommen. In diesem Fall werden Sie unter Umständen bei Aufruf des Skype-Links sofort über die installierte Skype-App mit dem anonymen Chat verbunden. In unserem Fall öffnete sich die Konversation in der Skype-App, ohne das wir das wollten. Wer Skype im Web nutzt, muss noch mehr aufpassen, um sich nicht versehentlich mit echtem Namen zu outen.

Besonders nachteilig: Im anonymen Skype-Chat wurde sofort unser richtiger Name angezeigt, wie wir diesen in der Skype-App registriert haben. Da wir lediglich den Einladungslink geöffnet und keinerlei Konversationsabsicht bestätigt haben, halten wir das für sehr gefährlich. Wir wissen nicht, ob es sich dabei um einen Fehler handelt oder ob das von Microsoft so beabsichtig ist. Getestet haben wir das unter OS X.

Unkontrollierte Verbreitung des Skype-Chats möglich

Grundsätzlich laden Sie zu Ihrem anonymen Skype-Chat weitere Teilnehmer über einen speziellen Link ein. Diesen bekommen Sie, nachdem Sie die Unterhaltung erstellt haben. Unsicher ist aus unserer Sicht, dass Sie mit der Einladung des ersten Teilnehmers die Kontrolle über Ihren Chat aus der Hand geben. Jeder eingeladene Chatpartner kann den Link wiederum teilen und so weitere Personen zu dem Chat einladen. Damit ist nicht mehr vorhersehbar, wer alles am Chat teilnimmt. Das stellt gerade für Kinder und Jugendliche eine Gefährdung dar, da so unbekannte Dritte anonym dem Chat beitreten könnten.


Anonyme Chats sind gefährlich

Wir empfehlen, dass Eltern mit Ihren Kindern über diese Art der Kommunikation sprechen. Kommen unerfahrene Nutzer auf die Idee, den Link beispielsweise in sozialen Netzwerken zu teilen, dann ist Tür und Tor für Missbrauch geöffnet. Schließlich lässt sich nicht überprüfen, wer wirklich an der Konversation teilnimmt. Missverständnisse sind dann noch die einfachste und unproblematischste Folge. Und da neben reinem Ton auch Videoübertragungen möglich sind, könnte über kurz oder lang das Thema Sexting ein Problem werden.

Warnung:
Zeigen Sie sich niemals freizügig vor der Kamera des anonymen Skype-Chats. Sie haben keine Gewissheit, wer am anderen Ende zusieht. Klären Sie auch Ihre Kinder auf.

Vorsicht vor gefälschten Identitäten im anonymen Skype-Chat

Die aktuelle Betrugsmasche mit gefälschten Anrufen im Namen von Microsoft ist noch lange nicht überstanden. Mit dem anonymen Skype-Chat könnten es Kriminelle noch einfacher haben, ahnungslose Verbraucher in die Falle zu locken. Warum? Ganz einfach, wer den Chat erstellt bestimmt auch die Identität. Betrüger werden sicher viele Ideen haben, wie Sie den Link für den Chat zum Nutzer bringen. Und ahnungslose Verbraucher werden darauf reinfallen.

Skype Fake Identitaet
Im anonymen Skype-Chat kann jeder eine beliebige Identität annehmen. Das muss nicht zwingend die des Microsoft-Supports sein. (Quelle: Screenshot)

Warnung: Verbraucher müssen skeptisch sein und sollten dem Skype-Chat im Browser nicht trauen. Übermitteln Sie keine persönlichen Daten und laden Sie keine Dateien aus Chats im Browser herunter.


Laden Sie im anonymen Skype-Chat niemals Dateien herunter

Über anonyme Skype-Chats könnten zukünftig auch Viren verteilt werden. Hintergrund ist, dass jede beliebige Datei über den Messenger versendet werden kann. Dazu gehören beispielsweise auch ZIP-Dateien, die gefährliche Malware enthalten können. Ist die Identität erst einmal gefälscht, dann wird es nicht mehr lange dauern, bis auf diesem Weg Viren verbreitet werden. Schließlich kann der Absender die Bedenken des Empfängers gleich per Chat ausräumen.

Warnung: Wir raten grundsätzlich davon ab, Dateien aus anonymen Chats herunterzuladen. Es besteht ein großes Risiko, das Sie Ihren Computer auf diesem Weg mit Schadsoftware infizieren.

Wird der anonyme Skype-Chat zur Spam-Schleuder?

Wir wissen es nicht, halten es jedoch für wahrscheinlich. Spam ist heute in der Skype-App bereits ein großes Problem. Wir gehen davon aus, dass Spamer kreativ genug sind, um die Links zu anonymen Skype-Chats zum Nutzer zu bringen. Da es keine Möglichkeit der Identitätsprüfung gibt, ist Spam für den Nutzer nur schwer zu erkennen. Hinzu kommt die Gefahr von gezielten Angriffen.

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Anonyme Skype-Chats: Mehr Risiko als Chance

Auch wenn die Idee der anonymen Chats von Microsoft grundsätzlich gut ist, sehen wir in dieser Funktion aktuell mehr Risiken als Chancen. Wir raten Verbrauchern zu großer Vorsicht mit dieser Funktion. Microsoft sollte im Gegenzug vor dem Start des Chats den Nutzer deutlicher über Gefahren und Missbrauch aufklären, um diesen im Keim zu ersticken.

Weitere aktuelle Warnungen zu Gefahren aus dem Internet finden Sie in unserem Warnungsticker.

Was halten Sie von anonymen Chats über Skype? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren unter diesem Artikel.

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