E-Scooter und Datenschutz: Welche Daten erfassen die Verleiher der E-Scooter


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Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Daten die Verleiher von E-Scootern erfassen und verarbeiten? Die Informationen gehen scheinbar weit über Ihre Stammdaten samt Zahlungsinformationen hinaus. Angeblich sind die Daten sogar geeignet um Bewegungsprofile zu erstellen.

E-Scooter sind der neueste Hype im Großstadtverkehr. Besonders Jugendliche lassen sich keine Gelegenheit entgehen, um zwischendurch mit den elektrischen Rollern eine Runde zu drehen oder in der Mittagspause zum Imbiss zu kutschieren. Dabei mangelt es oft an ausreichndem Wissen. So wissen viele Nutzer nicht wie man mit dem E-Roller richtig blinkt und welche Vorraussetzungen der Fahrer oder die Fahrerin erfüllen muss. Zudem speichern die Anbieter von E-Scootern offenbar mehr Daten, als den meisten Kunden lieb sein kann.

Für das Ausleihen per App werden jede Menge Daten abgefragt und Datenschützer sind bereits alarmiert. Denn die Verleiher versäumen es, die Informationen ausreichend zu verschlüsseln, obwohl dies technisch einfach durchführbar wäre. 

 

Video Player von Glomex (Datenschutzrichtlinien)

Welche Daten werden eigentlich erfasst?

Vielen Nutzern der E-Roller fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, dass der Verleih nicht ganz unproblematisch ist. Schließlich gibt es einige Hürden, doch die trendige Zielgruppe für die E-Scooter stört das kaum. Alles beginnt bereits damit, dass Fahrer eines E-Rollers als Zugangsvoraussetzung ein Smartphone samt der entsprechenden App des Verleihers benötigen. In den wenigsten Fällen werden die Nutzer die Berechtigungen der App prüfen, denn diese ist ja nur Mittel zum Zweck. Und in der App werden jede Menge personenbezogene Daten gesammelt, dazu gehören beispielsweise:

  • Name des Nutzers
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • Zahlungsdaten (PayPal, Konto- oder Kreditkartendaten)
  • Standortdaten (Der Verleiher weiß genau, wann und wo Sie einen Roller leihen)
  • Technische Daten und Nutzungsdaten bei Nutzung der App

Nicht nur E-Scooter sind betroffen

Auch Sharing ist in letzter Zeit immer mehr aufgekommen. Die Anbieter solcher Mietverträge, sei es für Carsharing oder Ferienunterkünfte, speichern dabei ebenfalls umfangreiche Informationen über ihre Kunden. So können sie besser personenbezogen werben oder generieren Datenmaterial, dass sie anschließend verkaufen können. Die Sharing-Anbieter „wollen Profile erstellen, damit sie Zugang zum Datenmarkt haben“, so Thorsten Strufe von der TU Dresden in einem Interview mit der Funke Mediengruppe.

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Die abgefragten Kontaktdaten und Kontonummern sind eben nicht nur für den Verleiher wichtig bei der Abwicklung der Verträge, sondern sie sind auch für andere Unternehmen interessant. Die Redakteure der Funke-Gruppe starteten deshalb kürzlich eine Umfrage bei E-Scooter-Verleihern, die aber eifrig beteuerten, die Daten nicht weiter zu verwenden. Circ in Berlin antwortete: „Um es klar zu sagen, Circ verkauft keine Daten“. Und Julian Blessin vom E-Scooter-Verleiher Tier ergänzt: „Der Schutz von Nutzerdaten hat für uns oberste Priorität“.

 

Datenschützer sind alarmiert

Johannes Kaspar, der „Hamburger Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit“, zeigt sich hingegen besorgt und widerspricht den Verleihern von E-Scootern. Auch er kritisiert die Sammelwut einiger Unternehmen. Und er beklagt, den Nutzern sei meist gar nicht bewusst, „welche Daten zu welchen Zwecken von den jeweiligen Anbietern erhoben und genutzt werden“. Denn immerhin fallen nicht nur Adress- und Kontodaten an. Die Unternehmen speichern auch Standortdaten, und so lassen sich leicht Bewegungsprofile der Nutzer erstellen. Und diese Daten sind nicht nur für den Verleiher interessant, sondern auch für ihre Geschäftspartner, für lokale Anbieter und für die Werbung.


Haben Sie das schon gesehen?

Wie ist Ihre Meinung?

Nutzen Sie E-Roller oder andere Sharing-Dienste und haben Sie sich schon einmal über das Thema Datenschutz Gedanken gemacht? Oder sehen Sie das entspannt und machen sich über die Sammlung der Daten weniger Sorgen? Über die Kommentare unterhalb des Artikels können Sie mit uns darüber diskutieren.

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