Verbraucherzentrale kritisiert Amazon’s Choice Empfehlungen – Alles außer billig


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Täuscht Amazon seine Kunden? Der Versandhändler Amazon nutzt in seinem Onlineshop das Amazon’s Choice Siegel, um Kunden eine Kauferleichterung zu bieten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert die Auswahl der Produkte, vor allem in Hinsicht auf die angebotenen Preise.

Amazon lockt mit verschiedenen Methoden immer wieder neue Kunden an und versucht Bestandskunden zu binden. So hat Amazon das Amazon’s Choice Siegel eingeführt, um seinen Kunden eine Kaufempfehlung zu geben. Doch die Verbraucherzentrale  Nordrhein-Westfalen hat an dem vermeintlichen Gütesiegel so ihre Zweifel.

Zweifeln tun auch wir manchmal bei den E-Mails, welche Sie uns zusenden. Zu oft nutzen Kriminellen den Namen Amazon aus, um Phishing-Nachrichten im Namen des Versandhändlers zu versenden. Diese gefälschten Nachrichten dienen meist dazu, die Login-Daten und die Kontodaten der Nutzer abzufangen. Wir warnen in unserem Übersichtsartikel vor den aktuellen Gefahren.

Stichprobe stellt Amazon’s Choice Produkte in Frage

Immer wieder taucht er beim Shopping auf Amazon auf. Die Rede ist von dem schwarzen Button mit der Aufschrift Amazon’s Choice. Der Versandhändler macht nach eigenen Angaben damit auf Produkte aufmerksam, welche gut bewertet, sofort lieferbar sind und einen guten Preis haben.

Produkte mit der entsprechenden Kennzeichnung lassen sich besser verkaufen. Kein Wunder. Wird die Aufmerksamkeit der Verbraucher durch den Button auf diese Artikel gelenkt. Wie es allerdings zu der Kennzeichnung der Produkte kommt, da hüllt sich Amazon in Schweigen. Was wir wissen: Vermutlich ist ein Algorithmus für die Vergabe des Siegels verantwortlich.

Fakt ist, dass Stichproben zeigen, dass die Choice-Produkte nicht immer die billigsten sein müssen. Oftmals kommt bei einem Internetvergleich das gleiche Produkt im Direktverkauf durch den Händler günstiger als auf Amazon.

So war beispielsweise ein LG-Fernseher im Test im Direktverkauf 167 Euro billiger, als bei Amazon.

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Amazon’s Choice nur fragwürdige Empfehlung?

Wie der Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt, handelt es sich bei dem LG-Fernseher um keine Ausnahme. Ohne mühe hat die Verbraucherzentrale 50 Produkte gefunden, „die aus fragwürdigen Gründen mit dem schwarzen Balken geschmückt waren“. 

Bei dem Test wurden die drei von Amazon genannten Kriterien genauer unter die Lupe genommen. Das ist das Ergebnis:

  • Fast drei von fünf Choice-Produkten schwächelten bei dem Punkt „top-bewertet“. Sieben Produkte erhielten nicht einmal vier von fünf Sternen. Ebenso merkwürdig ist die Anzahl der Bewertungen. Bei der Hälfte dieser Produkte beruhte die Sternevergabe auf weniger als 50 Kommentare. Ganze neun Artikel konnten nicht einmal zehn Bewertungen aufweisen. Der schlechteste Fall hatte sogar nur drei Bewertungen.
  • Zum Punkt „sofort lieferbar“ gibt es ebenfalls Mängel. So fehlte bei fünf Artikeln im Test das Prime-Etikett. Eine im Test mit dem Choice-Siegel versehene Karaoke-Maschine sollte ganze vier Tage Lieferdauer benötigen. Eine Mikrowelle und eine Hifi-Anlage brauchen sogar acht Tage Lieferzeit.
  • Auch der Punkt „preisgünstig“ kommt nicht gut weg. Insgesamt 34 von 50 Produkten waren auf anderen seriösen Plattformen preisgünstiger im Angebot. Auch bei Amazon selber gab es über den Marketplace die Produkte teilweise zu einem günstigeren Preis.

Auszeichnungs-Wirrwarr bei Amazon

Die Tester der Verbraucherzentrale entdeckten noch mehr Kuriositäten. So wurde beispielsweise ein Shirt in Größe S mit dem Choice-Siegel versehen und war damit über drei Euro teuer als das gleiche Shirt in Größe XL ohne das Siegel. Ebenso aufgefallen war ein 5-er Pack T-Shirts. Auch hier war die siegelfreie Variante fünf Euro preisgünstiger als die Variante mit dem Choice-Label.

Auch bei der Suche gab es Verwirrung. Die Suche nach Schnürsenkeln führte zu einem Choice-Produkt. Die Suche nach Schuhbändern dagegen brachte den gleichen Artikel nur ohne Choice-Angabe zum Vorschein.

Teilweise war es auch so, dass das Logo in den Ergebnislisten fehlte, beim Produktaufruf aber erschien. Auf mobilen Geräten wie dem iPad war es teilweise anders herum.

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Was halten Sie von den Testergebnissen der Verbraucherzentrale

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