Qwant: Neue Suchmaschine respektiert die Privatsphäre – Ihre Meinung?


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Qwant Suchmaschine
So sieht die Startseite der Suchmaschine Quant aus. (Quelle: Screenshot/qwant.com)

Google, Bing und Co. bekommen wieder einmal Konkurrenz. Doch diesmal von einer Suchmaschine, welche nach eigenen Angaben Ihre Privatsphäre ernst nimmt. Die Rede ist von Qwant. Kennen Sie die Google-Alternative schon?

Privatsphäre spielt bei vielen Nutzern im Internet eine große Rolle. Sei es bei der Eingabe von persönlichen Daten oder die Personalisierung der Webseiten aufgrund gesammelter Daten. Mit den richtigen Browsereinstellung sorgen sie dafür, dass nicht unnötig viele Daten gespeichert werden und erschweren es Dritten Sie im Netz zu verfolgen. In unserem Artikel für den Inkognito und InPrivate-Modus erklären wir beispielsweise, wie Sie keine Spuren auf dem verwendeten Computer zurücklassen. Auch auf dem Handy können Sie sicher und weitestgehend anonym surfen, wenn Sie einen VPN-Tunnel benutzen

Wer eigentlich nur die Nase vom großen Suchmaschinenriesen Google und den personalisierten Anzeigen satt hat, der bekommt jetzt die Möglichkeit, eine Suchmaschine völlig anonym nutzen zu können. Die Macher von Qwant versprechen, dass bei einer nicht registrierten Nutzung auch keinerlei Daten erhoben oder verfolgt werden. Wie das funktionieren kann?

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So wird Ihre Privatsphäre bei Qwant geschützt?

Grundsätzlich erhebt Qwant keine Daten über Nutzer, wenn sie suchen. Ganz einfach.

Über diese Aussage werden sich die Privatsphäre-Verfechter freuen. Qwant erklärt in seinen Datenschutzrichtlinien auch, worauf konkret verzichtet wird:

  • So werden beispielsweise keine Cookies auf dem Browser hinterlegt, mit denen Qwant Ihren Suchverlauf verfolgen kann. 
  • Ihre Suchanfrage wird sofort anonymisiert. Die IP-Adresse wird dabei abgekoppelt.
  • Qwant unterhält ein Datenschutzbüro und einen Datenschutzbeauftragten.
  • Per HTTPS-Verschlüsselung ist sichergestellt, dass keine Daten abgefangen werden können.

Keine konkrete Zusage haben wir zu dem Speicherort der Daten gefunden. Aktuell scheint die Suchmaschine einen Serverstandort in Frankreich und damit in der EU zu nutzen. Doch bleibt das so oder werden auch Daten ins nicht europäische Ausland übertragen? Hier fehlt uns eine klare Postition in den Nutzungsbedingungen.

Diese sind ebenfalls noch kritikwürdig. Denn in den deutschen Nutzungsbedingungen befinden sich noch Absätze in französischer Sprache. 

Die Verschlüsselung der Daten per HTTPS ist ein Minimum an Sicherheit. In der Datenschutzrichtlinie fehlen uns Details zu der Frage, wie Daten gespeichert werden, die von Qwant erhoben werden. Es gibt keinen Hinweis darauf, ob und mit welcher Verschlüsselung Daten von Nutzern gespeichert werden, die ein Profil anlegen. Da hätten wir uns von einer Suchmaschine, die die Privatsphäre der Nutzer schützen möchte, mehr Klarheit gewünscht.

Kann man Qwant personalisieren?

Auch das geht. Allerdings dann nicht mehr ganz anonym. Sobald Sie die Suchmaschine mit erweiterten Funktionen nutzen möchten, können Sie sich anmelden. Diese Daten werden nach Aussage von Qwant dann so lange gespeichert, wie Sie die Dienste nutzen, welche über die Webseite bereitgestellt werden.

Da Qwant dem französischen Datenschutzgesetz unterliegt, haben Sie das „Recht auf Vergessen werden, Zugriffsrecht, Widerspruchsrecht, Änderungsrecht oder das Recht auf Löschung von unvollständigen oder falschen Informationen, die sich auf Sie beziehen“.

Gibt es Werbeanzeigen auf Qwant?

Ja, die gibt es. Nach Aussagen des Unternehmens werden diese aber nicht aufgrund von Nutzerdaten angezeigt. Vielmehr ist die Suchanfrage ausschlaggebend für die Anzeige. Momentan arbeitet Qwant noch mit dem Werbenetzwerk von Microsoft Bing zusammen, um ein gutes Angebot sicherzustellen.

Wie gut sind die Suchergebnisse auf Qwant?

Google legt nach eigner Aussage viel Wert darauf, dass der Nutzer immer die relevantesten Suchergebnisse angezeigt bekommt. Natürlich liegt die Einschätzung, was relevant ist und was nicht, immer im Ermessen des Nutzers. In unserem Test waren wir mit den Suchergebnissen im Vergleich zu dem Marktführer Google nicht immer zufrieden. Jedenfalls haben wir bei Google einige Informationen tatsächlich schneller gefunden, als über Qwant. Doch hier sollten Sie sich selbst eine Meinung bilden. Testen Sie die Suchmaschine einfach und beurteilen Sie selbst, ob Ihnen auch das Spaltendesign von Qwant zusagt. Wir empfanden das als eher unübersichtlich.

Wir haben mit Qwant gesprochen

… um offene Fragen zu klären. Zu einigen der oben genannten Kritikpunkte hat das Unternehmen Stellung genommen. Gesprochen dazu haben wir mit der Qwant Pressestelle.

Werden Daten im nicht-europäischen Ausland gespeichert und warum findet man in den Nutzungsbedingungen keine Informationen zum Serverstandort?

Qwant verfügt über eine eigene Server-Infrastruktur auf europäischem Boden. Daten werden keinesfalls in ein nicht-europäisches Land weitergegeben. Wir nehmen Ihren Hinweis gerne auf und werden das in den Nutzungsbedingungen noch entsprechend ausformulieren.

Warum gibt es in den deutschen Nutzungsbedingungen noch Absätze in französischer Sprache?

Der betreffende Absatz im Bereich „Qwant-Konto“ wird umgehend übersetzt und ausgetauscht.

Wenn Nutzerdaten beispielsweise bei einer Anmeldung gespeichert werden, sind diese bei Qwant verschlüsselt gespeichert?

Verschlüsselung und Datensicherheit sind uns sehr wichtig. Wir haben die Frage direkt an das Entwicklerteam in Frankreich weitergeleitet und melden uns sobald hier ein Update vorliegt.

In unserem Test stellten wir fest, dass mitunter weniger relevante Suchergebnisse zuerst angezeigt wurden. Wird das in Zukunft noch optimiert?

Wir bemühen uns um die eigenständige Indizierung der gesamten Vielfalt des Internets. Unsere Crawler durchsuchen ständig das globale Internet, um unsere Ergebnisse zu verfeinern. Nichtsdestotrotz brauchen wir dazu Ressourcen und Zeit: Einige Teile des Internets sind noch nicht perfekt indiziert. In der Zwischenzeit ermöglicht unsere Vereinbarung mit Microsoft Bing es uns, unsere eigenen Ergebnisse durch die Ergebnisse von Microsoft Bing zu ergänzen, um so die bestmöglichen Ergebnisse aus dem gesamten Internet zu präsentieren.

Qwant kommt nicht ganz ohne Cookies aus. Können Sie uns sagen, welche Cookies gespeichert werden und auf welche Cookies das Unternehmen verzichtet?

Wichtig ist uns: Es werden keine Cookies Dritter eingesetzt.

Wir nutzen also im Rahmen unserer Dienste keine Cookies oder andere Ad-Tracking-Devices (Pixel, Fingerabdrücke etc.). Selbst wenn Sie mit einer ID verbunden sind, verwenden wir keine Cookies oder andere Kontrollgeräte, wenn Sie die Website besuchen.

Die einzige Technologie, die auf Ihrem Computer installiert werden könnte, die „lokale Speicherung“, wird verwendet, um Ihre Suchpräferenzen (Sprache, Aktivierung oder Deaktivierung von Einstellungen, Filtern von Inhalten für Erwachsene und „Favicon“) zu speichern.

Sie können die Daten aus der „lokalen Speicherung“ löschen, indem Sie Cookies über die Einstellungen Ihres Browsers deaktivieren. Dies kann jedoch dazu führen, dass Sie bestimmte Funktionen der Dienste nicht länger nutzen können, z. B. die Speicherung Ihrer Suchpräferenzen.

Ihre Meinung zu der neuen Suchmaschine

Wir sind selbst noch nicht restlos von Qwant überzeugt. Dazu tragen die genannten Kritikpunkte bei. Besser hätte uns gefallen, wenn Qwant vollständig auf Cookies verzichtet, was jedoch nicht der Fall ist. Zudem ist fraglich, wie lange das Konzept mit den Suchergebnis orientierten Anzeigen funktioniert.

Wie ist Ihre Meinung zu der Suchmaschine? Werden Sie diese nutzen? Oder nutzen Sie lieber eine andere Suchmaschine? In den Kommentaren unter dem Artikel können Sie uns Ihre Meinungen mitteilen und Ihre Erfahrungen austauschen. Wir sind gespannt, was Sie von Qwant halten.

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2 Kommentare zu Qwant: Neue Suchmaschine respektiert die Privatsphäre – Ihre Meinung?

  1. Ich benutze Quant im Moment standardmäßig und weiche auf Google aus, wenn ich die gesuchten Informationen nicht finde. Gefühlt ist das ungefähr jedes zehnte Mal der Fall – für mich völlig akzeptabel. Die Dienste von scholar.google.com (einer Suchmaschine für akademische Artikel) ist für mich im Moment allerdings nicht ersetzbar.

  2. Habe Qwant versucht zu installieren. Suchmaschine bietet unter Windows keine Installationssoftware an. Läuft nur
    als Add-on im Firefox- oder Chrome Brauser. Auch wenn Qwant selbst keine Daten speicher, können es die großen Suchmaschinen selbst tun, da das Add-on dort implentiert ist. Es gehen den Browser-Giganten wohl zwar ein paar Infos verloren, aber die besuchten Seiten und das Surfverhalen liegen offen. Zudem ist der Axel Springer Verlag als beteiligtes Unternahmen an der Suchmaschine Qwant wohl eines der erfolgreichsten Internetunternehmen – nicht ohne Grund. Ich halte diese Suchmaschine – bei gutem Ansatz – für reine Verarschung.