Rufnummernmissbrauch kann jeden treffen – Das sollten Sie wissen


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Wir erhalten immer mehr Beschwerden von Verbrauchern, deren Rufnummer für betrügerische Zwecke missbraucht wurde. Wenn das geschieht, ist der eigene Anschluss oft nicht mehr nutzbar. Wir erklären, woran Sie einen Missbrauch Ihrer Telefonnummer erkennen und was Sie tun können.

Geben Sie Ihre private Telefonnummer nicht gern an Fremde heraus? Damit sind Sie in guter Gesellschaft, denn viele Verbraucher schützen ihre Privatsphäre und gehen sorgsam mit ihrer Festnetznummer um. Dann kann diese eigentlich auch nicht missbraucht werden, denken viele Telefonkunden. Doch das ist ein Irrtum, denn ein Rufnummernmissbrauch kann Sie trotzdem treffen. Und dann ist guter Rat teuer. Das musste auch unsere Leserin Anja S. (Name geändert) feststellen. Und damit ist sie nicht allein, denn immer mehr Verbraucher beschweren sich über den Missbrauch der eigenen Telefonnummer. Doch was war Anja S. eigentlich passiert?

Anja besitzt seit vielen Jahren einen ganz normalen Telefonanschluss im Festnetz. Die Telefonnummer kennen eigentlich nur einige Freunde, die Familie und wenige Bekannte. Von Gewinnspielen hält sich die taffe Frau fern und im Internet verwendet sie die Festnetznummer nie, da Sie zusätzlich ein Handy hat. Bisher gab es auch kein Problem. Doch eines Tages, Anja schlürfte auf ihrer Couch einen Kaffee, klingelte ihr Telefon. Anja kannte den Anrufer nicht und dieser kannte auch Anja nicht. Er rief zurück, weil Anjas Telefonnummer auf seinem Display stand. Beide Gesprächspartner wussten nicht was das soll und beendeten das Telefonat. Ein komischer Anruf, dachte sich Anja noch, als sie sich wieder der Kaffeetasse widmete. Doch bevor sie zugreifen konnte, klingelte das Telefon erneut und blieb seither Tag und Nacht nicht mehr still. Es folgten Hunderte Anrufe von unbekannten Verbrauchern, die Anjas Telefonnummer auf dem Display sahen.

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Wie kam es zu den mysteriösen Anrufen?

Leider handelte es sich bei dem ersten Anrufer um kein Versehen. Offenbar hatten Kriminelle die Telefonnummer unserer Leserin für illegale Anrufe verwendet. Das bedeutet, dass die Betrüger mit einer gefälschten Telefonnummer, Anjas Nummer, angerufen haben. Der Fachbegriff dafür lautet Call-ID-Spoofing. Ein Problem ist der Einsatz einer manipulierten Telefonnummer heute nicht mehr. Die Kriminellen haben mit Anjas Telefonnummer vermutlich massenhaft Anrufe getätigt, um ahnungslose Verbraucher abzuzocken. Wer die Nummer zurückrief, kam jedoch nicht bei dem Anrufer, sondern bei Anja heraus. Und diese konnte Ihr Telefon praktisch nicht mehr nutzen, da es permanent klingelte.

Die für Rufnummernmissbrauch zuständige Bundesnetzagentur schreibt zum Thema manipulierte Rufnummern auf ihrer Webseite:

[…] Obwohl dies gesetzlich verboten ist, kommt es zu Anrufen, bei denen die übermittelte und beim Anrufempfänger angezeigte Rufnummer durch unbefugte Dritte manipuliert ist. In der Tat eröffnet der technische Fortschritt inzwischen vielfältige Manipulationsmöglichkeiten. […]Bundesnetzagentur

An dieser Stelle ist wichtig, dass der Anschluss der missbrauchten Telefonnummer nicht etwa gehackt wurde oder die Ganoven sogar Zugang zu dem Anschluss haben müssen. Nein, Kriminelle können im Grunde jede beliebige Telefonnummer für die Rufnummernanzeige verwenden. Deshalb kann jeder betroffen sein, von der Telefonnummer einer Behörde bis zum Privatanschluss. Es spielt auch keine Rolle, ob Sie einen Festnetzanschluss besitzen oder eine Handynummer.

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Warum wurde ausgerechnet Anjas Nummer verwendet?

Alle von einem Rufnummernmissbrauch betroffenen Verbraucher stellen sich die Frage, warum gerade die eigene Telefonnummer missbraucht wurde. In der Regel ist die Antwort recht einfach. Es ist Zufall und ein bisschen mit einem Fünfer im Lotto zu vergleichen, wenngleich dieser deutlich positiver zu bewerten ist. 

Üblicherweise verwenden Betrüger für die Rufnummernanzeige frei erfundene Telefonnummern. Das heißt, dass sie einfach irgendeine Telefonnummer als Absendernummer eingeben. Beispielsweise werden bei den Phishing-Anrufen im Namen von Vodafone täglich neue Telefonnummern verwendet. Bei einem Rückruf kommt dann in der Regel heraus, dass die Nummer nicht vergeben ist. Immer häufiger kommt es jedoch vor, dass die ausgedachte Telefonnummer schon vergeben ist. Das prüfen die Täter nicht. In diesem Fall führt der Rückruf zu dem tatsächlich existierenden Anschluss, in diesem Fall zu Anja.

Bundesnetzagentur kann wenig gegen Call-ID-Spoofing tun

Grundsätzlich kann die Bundesnetzagentur einschreiten, wenn Verbraucher ohne deren Einverständnis angerufen und belästigt werden. So könnte beispielsweise der Anschluss abgeschaltet werden, von dem die widerrechtlichen Anrufe erfolgen. Im Falle der Manipulation der Absenderrufnummer wäre das allerdings wenig sinnvoll, da es ja einen unschuldigen Verbraucher treffen würde, der damit nichts zu tun und auch nicht angerufen hat. Die Ermittlung des tatsächlichen Anrufers ist oft sehr schwer möglich. Wird der Anruf über ausländische Netzbetreiber geführt, ist ein Rufnummernmissbrauch oft nicht aufklärbar.

[…] Die Befugnisse der Bundesnetzagentur sind auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt. Die Aufklärung eines Missbrauchs mit Auslandsbezug und die Verfolgung von im Ausland sitzenden Tätern oder auch dort ansässigen Diensteanbietern, die Rufnummernmanipulationen ermöglichen, erweisen sich daher regelmäßig als schwierig. […]Bundesnetzagentur

Betroffene Verbrauchern sollten Beschwerde einlegen

Auch wenn die Aufklärungsquote eher gering ist, sollten von Rufnummernmissbrauch betroffene Bürger eine Beschwerde bei der Bundesnetzangentur einreichen. Nur durch die Informationen der Verbraucher kann die Behörde die Verbesserung des Schutzes vor Rufnummernmanipulationen weiterhin vorantreiben.

Außerdem raten wir, dass Sie in einem solchen Fall Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Dadurch können die Strafverfolgungsbehörden ermitteln. Eine rechtzeitige Anzeige stellt sicher, dass womöglich bei den Netzbetreibern noch vorhandene Daten gesichert werden können.

Was können betroffene Nutzer tun?

Einen Schutz vor dem möglichen Missbrauch der Telefonnummer im Vorfeld gibt es aktuell leider nicht. Jeder Anschluss weltweit kann betroffen sein. Auch die Bundesnetzagentur kann nicht einschreiten, wenn das Telefon nicht mehr still steht. Denkbar wären allerdings technische Einrichtungen, die Ihnen wieder etwas Ruhe verschaffen. Beispielsweise erlauben viele Telefonanlagen oder Mobiltelefone, dass unbekannte Anrufer automatisch abgewiesen oder umgeleitet werden. Auf diese Weise könnten Sie alle Anrufer, die nicht in Ihrem Adressbuch stehen, auf einen Anrufbeantworter umleiten. Dadurch stellen Sie sicher, dass Freunde und Familie Sie noch erreichen. 

Ein letzter Trost bleibt noch: Häufig hören die unerwünschten Anrufe nach einer bestimmten Zeit wieder auf. Denn Kriminelle nutzen eine Rufnummer oft nur einen oder nur wenige Tage. 


Berichten Sie uns von Ihren Erlebnissen?

Waren Sie schon einmal von einem Missbrauch Ihrer Rufnummer betroffen? Über die Kommentare unterhalb des Artikels können Sie mit anderen Lesern darüber diskutieren.




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