WhatsApp Kontaktdaten: Ist der Messenger illegal?


Werbung:

Bitte unterstützen Sie uns

Mit einmalig 3 € tragen Sie zur Erhaltung von Verbraucherschutz.com bei und erkennen unsere Leistung an. Jetzt 3,00 Euro per PayPal senden. So können Sie uns außerdem unterstützen.

Werden Sie unser Held!

Mit einem freiwilligen Leser-Abo sagen Sie Betrügern den Kampf an, unterstützen die Redaktion und bekommen einen direkten Draht zu uns.
Verpassen Sie keine Warnung:
Mail RSS Icon facebook-button-rund Twitter Icon

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob der beliebte Messenger WhatsApp illegal ist. Jetzt hat erstmalig ein Gericht entschieden, dass die Weitergabe der WhatsApp-Kontakte nicht rechtens ist. Was bedeutet das für die Nutzer? Mit welchen Risiken müssen Sie rechnen?

Es ist zwar nur eine Entscheidung eines Amtsgerichts. Dennoch könnte diese Signalwirkung haben. Es geht um WhatsApp und die Weitergabe der Telefonkontakte durch die Nutzer an das Unternehmen. Medienanwalt Christian Solmecke warnt bereits seit Längerem davor, dass es ein Risiko ist, diesen Messenger zu benutzen.

Nun hat das Amtsgericht Bad Hersfeld entschieden, dass eine Mutter eine schriftliche Einwilligung eines jeden Kontaktes ihres Sohnes einholen muss, damit dieser WhatsApp nutzen darf. Was bedeutet dieses Urteil aber für andere Nutzer? Ist jetzt mit einer riesigen Abmahnwelle zu rechnen? Ist WhatsApp gar illegal und Sie dürfen den Messenger gar nicht weiter benutzen? Fragen über Fragen.

Wo ist das Problem bei WhatsApp genau?

Smartphone und WhatsApp gehören fast schon zum Standard. Fast jeder Smartphonebesitzer nutzt den beliebten Messenger. Der Grund: Die meisten der Freunde tummeln sich ebenfalls bei WhatsApp und nicht bei alternativen Messengern.

Um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, gleicht der Messenger regelmäßig alle Telefonkontakte ab. Das dient zur Überprüfung, wer über den Messenger erreichbar ist. Dabei werden alle im Telefon gespeicherten Rufnummern an das Unternehmen geleitet – völlig egal, ob der Inhaber der Nummer selber bei WhatsApp ist oder nicht.

In den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzrichtlinien (AGB) lässt sich der Messenger von jedem Nutzer zusichern, dass er autorisiert ist, die Telefonnummern zur Verfügung zu stellen. Außerdem stimmen die Nutzer zu, dass sie mit der Weitergabe der Daten durch Dritte einverstanden sind.

Verpassen Sie keine Warnung.
Hier können Sie uns folgen:
Mail RSS Icon facebook-button-rund Twitter Icon

Deutsches Gericht könnte Abmahnwelle für WhatsApp-Nutzer auslösen

Der Medienanwalt Christian Solmecke, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE, meint zu diesem Thema:

Es ist das erste Urteil eines deutschen Gerichts zu der Frage ob das, was die Nutzer bei WhatsApp – meist unwissentlich – machen, illegal ist. Die Entscheidung mag für viele überraschend sein. Doch schon seit langem vertrete ich die Auffassung, dass die automatische Weitergabe aller Kontaktdaten des Adressbuchs an WhatsApp illegal ist – nur sind sich die Nutzer dessen bislang nicht bewusst gewesen.

Ich stimme insoweit mit dem Ergebnis der Argumentation des Gerichts überein. Durch die automatische Weitergabe der Daten ohne Einwilligung der Kontakte verletzt jeder WhatsApp-Nutzer geltendes Recht und kann im Ergebnis abgemahnt und zur Unterlassung aufgefordert werden. Dadurch könnten sodann hohe Abmahnkosten auf jeden WhatsApp-Nutzer zukommen. Darüber hinaus kann man mit guten Argumenten vertreten, die Weitergabe geschieht auch zumindest fahrlässig, wenn man ja fortlaufend den Dienst nutzt, ohne sich die AGB, in denen diese Praxis beschrieben wird, durchzulesen. Daher kann es theoretisch sogar zu Schadensersatzansprüchen kommen – allerdings müsste es dafür auch zu einem konkreten Schaden gekommen sein.

Dabei stützen sich das Amtsgericht Bad Hersfeld und Solmecke auf das Grundrecht, welches auch den Schutz (Geheimhaltung) personenbezogener Daten vorsieht. Auch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) befasst sich mit diesem Thema.

Da eine Telefonnummer einer konkreten Person zugeordnet werden kann, handelt sich um personenbezogene Daten, die geschützt werden müssen. Die Weitergabe dieser Bedarf der Zustimmung des Gesetzes oder einer Einwilligung der betreffenden Person.

Da es sich bei dem Gericht jedoch um eine familienrechtliche Angelegenheit handelt, wird das Urteil erst einmal nichts ändern. Signalwirkung kann es aber trotzdem haben.

Wie kann man einer Abmahnung entgehen?

Private Nutzer werden sicher nicht mit einer Abmahnung rechnen müssen. Denn WhatsApp-Nutzer würden die Gefahr laufen, sich gegenseitig zu verklagen. Und Personen, die WhatsApp nicht nutzen, müssten jeden abmahnen, dem sie jemals die Rufnummer gegeben haben, ohne zu wissen, ob derjenige auch den Messenger nutzt.

Berufsgruppen, die ihre Kontakte auf dem Smartphone speichern, sollten laut Solmecke auf dem beruflich genutzten Handy lieber auf WhatsApp verzichten.

Da die schriftliche Einverständniserklärung in der Realität schwer durchsetzbar ist, bleibt nur, dass Sie WhatsApp „Auf Wiedersehen“ sagen und sichere Messenger wie beispielsweise Threema nutzen. Ihren Account bei WhatsApp müssen Sie aber löschen. Einfach die App vom Smartphone zu entfernen, reicht nicht aus. Weitere Anleitungen zu WhatsApp finden Sie hier.

Ratgeber Sichere Messenger

Sichere Messenger: Das sollten Sie bei der Auswahl beachten

Ihre Kontakte sind das Problem, oder nutzen Sie für die Kommunikation mit Ihren Freunden sichere Messenger? Das sollten Sie, denn Ihre private Kommunikation sollte optimal geschützt sein. Wir erklären in […]

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Kommunikation in Chats und Messenger sicher gestalten.

Chats und Messenger: Tipps für eine sichere Kommunikation

Chats und Messenger gehören mittlerweile zu der täglichen Kommunikation. Sie haben den Brief und den Anruf fast, aber noch nicht ganz, verdrängt. Damit Sie sicher chatten, sollten Sie einige Regeln beachten. […]

Ein weiterer Ansatzpunkt wäre, wenn Sie alle WhatsApp-Verweigerer aus den Kontakten Ihres Smartphones entfernen, jedenfalls offiziell. Dann dürfte eine Abmahnung nicht mehr möglich sein. Schließlich müsste der Kontakt, der Sie abmahnen möchte, erst nachweisen, dass Sie ihn gespeichert haben. 

Wie ist Ihre Meinung?

Was halten Sie von dem Urteil des Gerichts? Finden Sie das sinnvoll, haben Sie Angst, abgemahnt zu werden oder verwenden Sie den WhatsApp Messenger weiterhin? Nutzen Sie die Kommentare unter dem Beitrag, um sich mit anderen Lesern über dieses Thema auszutauschen.

Meldungen und Anleitungen zu WhatsApp

Blaulicht

Rauchmelder: Polizei warnt vor WhatsApp-Kettenbrief und Trickdieben

Seit Monaten wird über WhatsApp ein Kettenbrief verbreitet, der vor Verbrechern warnt. Diese gehen angeblich von Haus zu Haus und kontrollieren die Rauchmelder. Die Polizei warnt nicht nur vor dem […]

REWE Gutschein Gewinnspiel Datensammler

Facebook und WhatsApp: REWE verschenkt 250 EUR Einkaufsgtscheine wegen 45-jähriges Jubiläum – Abofalle? (Update)

Wir warnen erneut vor der betrügerischen Gutschein-Aktion. Nachrichten per Facebook und WhatsApp versprechen einen 250 Euro REWE-Gutschein. Dafür sollen Sie nur ein paar Fragen beantworten, die Aktion mit Ihren Freunden […]

Das Aus für WhatsApp-Nachrichten?

WhatsApp bald mit Videoanrufen – Was ist zu beachten?

WhatsApp hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt. Der mittlerweile zu Facebook gehörende Messenger ermöglicht neben dem Versand von Textnachrichten auch Sprachnachrichten und Anrufe. Eine neue Funktion könnte jetzt […]

Dasta-App Logo

WhatsApp: Schnüffel-App Dasta wird Bestseller und überwacht Messenger-Kontakte

Smartphone-Besitzer spionieren gern ihre eigenen Kontakte aus. Gleichzeitig haben sie vor neugierigen Schnüfflern Angst. Dennoch schafft es eine Spionage-App für WhatsApp und Telegram in die Spitzenposition der App-Stores. Der Grund: […]

Entführung Symbolbild

Sind im Raum Ratzeburg Kinderfänger unterwegs? – Fake-News oder Wahrheit?

Auf WhatsApp und Facebook kursiert ein Kettebrief, nachdem im Raum Ratzeburg ein schwarzer Transporter mit zwei glatzköpfigen Männern unterwegs ist. Diese entführen angeblich Kinder, um diese im Ausland zu verkaufen. […]

Kommentar hinterlassen

.Your email address will not be published.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar