Was ist ein Schneeballsystem? Diese Merkmale verraten den Betrug


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Schneeballsysteme sind illegal aber faszinieren schon sehr lange die Menschen. Die einen, weil Sie viel Geld bekommen, die andere, weil Sie scheinbar viel verdienen können. Doch woran erkennt man ein illegales Schneeballsystem überhaupt?

Mit geringen Einzahlungen extreme Gewinne einfahren, und das vom heimischen Sofa aus: Im Internet werden Schneeballsysteme in immer neuer Form angeboten. Denn zu verlockend ist es für viele, vom Geld anderer Leute zu leben. Wir berichten immer wieder über nicht zugelassene Anlageprodukte und warnen vor dubiosen Geldanlagen im Internet.

Die Betrüger werben mit beeindruckenden Gewinnen, die jeder erzielen kann, wenn er nur teilnimmt. Lässt sich ein Interessierter anwerben, wird er durch die finanziert, die er nun seinerseits für das Projekt gewinnen soll. Tatsächlich profitieren aber nur die Initiatoren das Systems, die sich im Hintergrund halten. Sie erhalten den wesentlichen Anteil der Beteiligungen, die andere einzahlen. Die meisten untergeordneten Teilnehmer, besonders die zuletzt hinzugekommenen, verlieren ihren Einsatz teilweise oder sogar komplett.

Wie funktioniert ein Schneeballsystem?

Bei einem Schneeballsystem müssen immer wieder neue Teilnehmer einsteigen, die eine Prämie an ihren Werber zahlen, vergleichbar einem Schneeball, der einen Hang hinab rollt und dabei ständig an Umfang zunimmt. Somit wird immer wieder Geld investiert und es entstehen dadurch Gewinne, ohne dass eine Dienstleistung oder ein Produkt angeboten wird. Angelegt wird das Geld nicht, vielmehr wird es in der Regel ausschließlich für Provisionen ausgegeben. 

Ein solches System ist auf rasantes Wachstum angewiesen, also eine stetig sich erhöhende Teilnehmerzahl. Geschieht das nicht, kollabiert das System. Rein mathematisch kann die Zahl der Beteiligten gar nicht lange genug wachsen, um dauerhaft Gewinne für alle zu garantieren.

Nachfolgende Merkmale kennzeichnen ein Schneeballsystem und sollten Sie stutzig machen:

  • Sie sollen immer wieder neue „Kunden“ werben und verdienen vor allem darüber Geld. Häufig ist von passivem Einkommen die Rede, weil Sie an den Kunden der neu geworbenen Teilnehmer ebenfalls verdienen.
  • Sie sollen ohne großen Aufwand von der heimischen Couch aus neue Mitglieder anwerben und so Ihren Einsatz schnell mit Provisionen zurückbekommen. So etwas gibt es nicht.
  • Ziel des Systems ist es möglichst rasch zu wachsen, wobei gleichzeitig an den neuen Mitgliedern verdient wird.
  • Der Gründer des Unternehmens bekommt für jeden Verkauf eine Provision.
  • Die Kosten für den Eintritt in das System amortisieren sich ausschließlich durch das Werben neuer Mitglieder. 
  • Es gibt kein richtiges Produkt oder das Produkt ist zu teuer und nur als „Alibi“ gedacht.
  • Die gezahlten Provisionen sind für das Produkt im Branchenvergleich ungewöhnlich hoch.
  • Es gibt kaum Kunden, die nur das Produkt erwerben, ohne selbst wieder als „Mitarbeiter“ neue Kunden zu werben. 
  • Ohne stetiges Wachstum funktioniert das System nicht und Sie können nichts mehr verdienen.
  • Kritische Fragen zu dem Geschäftsprinzip und wie das versprochene Geld tatsächlich verdient wird, sind unerwünscht. Die Antwort darauf ist entweder unsachlich oder bleibt schlicht offen.

Gerade wenn im Umfeld von Geldanlagen davon die Rede ist, dass Sie neue Anleger oder Investoren gewinnen sollen, handelt es sich meist um ein unseriöses Angebot. Lassen Sie in diesem Fall lieber die Hände davon, da Sie womöglich das gesamte eingesetzte Kapital verlieren. 

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Lassen Sie sich nicht in die Falle locken

Neue „Mitarbeiter“ werden häufig über soziale Netzwerke angeworben, allerdings auf unüblichen Wegen. Zunächst sehen Sie beispielsweise auf Facebook eine Werbung mit einem Versprechen, das Ihnen gefällt. Diesem geben Sie ein Like. Schließlich kann das nicht schaden. Doch jetzt geraten Sie an die Angel der Betrüger. Sie bekommen anschließend Post über den Facebook Messenger von dem Anbieter und werden zu Veranstaltungen oder in dubiose Facebook-Gruppen oder WhatsApp-Gruppen eingeladen. Auf diese Weise erfahren die Werbenden gleich Ihre Handynummer. In diesem Fall sollten alle Alarmglocken schellen. Welches seriöse Unternehmen wirbt seine Kunden schon über Facebook-Gruppen, den Facebook Messenger oder gar WhatsApp-Gruppen?

Schneeballsysteme sind keine Erfindung der Neuzeit – Historische Fälle

In der Geschichte gibt es mehrere Fälle, bei denen mit einem Schneeballsystem horrende Summen angehäuft wurden, die aber ebenso spektakulär in die Pleite abgerutscht sind. Adele Spitzeder gab sich im 19. Jahrhundert als Wohltäterin aus, die armen Leuten, die von Banken meist abgewiesen wurden, zu Krediten verhalf. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelang es Charles Ponzi, in nur einem halben Jahr 150 Mio. US$ von seinen „Kunden“ zu erschleichen. Den Investoren wurden Gewinne suggeriert, die nie erwirtschaftet wurden. Sollte eine Auszahlung vorgenommen werden, geschah dies ausschließlich aus den Einzahlungen der anderen Beitragszahler. Dieses System brach zusammen, als mehrere Beteiligte zur selben Zeit ihr Geld zurückforderten.




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