Abzocke bei Geldanlagen im Netz – so schützen Sie sich


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Im Internet gibt es fast alles. Also ist es kein Wunder, dass auch Geldanlagen mit lukrativen Gewinnen angeboten werden. Doch die Traum-Renditen bleiben leider in der Traumwelt. Wer darauf spekuliert, wird oft abgezockt und verliert das investierte Geld.

Das Bayrische Landeskriminalamt warnt erneut vor dubiosen Geldanlagen im Internet. Vor einigen Monaten hatte bereits das Bundeskriminalamt vor betrügerischen Handelsplattformen für binäre Optionen gewarnt, welche zu Geldverlust führten. Und auch das LKA Bayern warnt vor dubiosen Trading-Maschinen. Versprochen werden den oft ahnungslosen Anlegern sehr hohe Gewinne bei einfacher Handhabung und geringem Risiko. Doch diese Kombination gibt es am Markt schlicht und ergreifend nicht. Immer wenn hohe Gewinne ohne Risiko versprochen werden, handelt es sich um Betrug. Die Schadensummen sind allein in Bayern dramatisch angestiegen. Während der Schaden im Jahre 2015 noch rund 100.000 Euro betrug, ist die Schadensumme in 2019 auf über 15 Millionen angestiegen. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher sein.

Die Maschen sind ganz unterschiedlich. Neben sogenannten Schneeballsystemen, bei denen der Anleger weitere potenzielle Anleger werben soll, werden direkt hohe Renditen versprochen. So sollen die Investoren in finanzielle Differenzkontrakte oder binäre Optionen auf Rohstoffe, Aktien, Indizes, Währungen („Forex“) oder Kryptowährungen investieren. Häufig spielt in diesem Zusammenhang eine Software oder App eine große Rolle, die als Art Geldmaschine das Risiko minimieren soll. Sogenannte Anlageberater oder Broker bauen eine Beziehung zum Anleger auf und überreden diesen geschickt zu weiteren Investitionen.

Virtuelle Gewinne als Lockvogel

Um an das Geld der Opfer zu gelangen, werden nach der ersten Investition auf der Handelsplattform schon einmal virtuelle Renditen auf dem ebenfalls virtuellen Konto des Kunden ausgewiesen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist das Geld längst weg. Die erfolgreichen Finanzbroker, welche telefonisch mit dem Kunden in Kontakt treten, offerieren den ganz großen Deal. Dazu soll noch einmal Geld nachgeschoben werden. Je mehr, umso besser. Schließlich erhöht sich dann auch der Gewinn.

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Geld fließt häufig ins Ausland

Sobald das Geld des Investoren eingezahlt ist, wird dieses ins Ausland abgezweigt. Die vermeintlichen Handelsplattformen und Broker haben in der Regel keine Zulassung. Häufig sitzen die Firmen im Ausland oder existieren überhaupt nicht. Doch davon merken die Geldanleger erst dann etwas, wenn sie sich Ihr Geld wieder auszahlen lassen möchten. Denn häufig bricht der Kontakt zu dem Broker und der Handelsplattform dann ab.

Das Bayrische Landeskriminalamt erklärt außerdem in seiner Warnung:

[…] Die BaFin weist auf ihrer Internetseite ausdrücklich darauf hin, dass beim Handel mit CFDs und binären Optionen grundsätzlich ein hohes Verlustrisiko besteht. Seit dem 2. Juli 2018 sind im Interesse des europaweiten Anlegerschutzes auch lizenzierten Finanzdienstleistungs- und Kreditinstituten die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf binärer Optionen an Privatkunden verboten. Bereits am 8. Mai 2017 hatte die BaFin die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von CFDs an Privatkunden beschränkt. […] Bayerisches Landeskriminalamt am 09.12.2019

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt immer häufiger vor unseriösen Unternehmen. Diese besitzen keine Erlaubnis der BaFin zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen von Finanzdienstleistungen, werben aber häufig genau damit. Wir erklären ausführlich, wie Sie die Zulassung von Finanzdienstleistern selbst überprüfen.

Warnung vor Schneeballsystem

In letzter Zeit sind immer häufiger sogenannte Schneeballsysteme zu beobachten. Bei dieser Art des Betrugs werden nur diejenigen wirklich profitieren, die das Schneeballsystem eingerichtet haben. Letztlich handelt es sich hier um eine Umverteilung von Geld. Die Gewinne des Systems entstehen dabei nicht etwa durch Geldanlagen. Vielmehr wird hier Geld verteilt, welches ausschließlich durch die Neugewinnung von Teilnehmern generiert wird. Gibt es keine neuen Teilnehmer mehr, ist das System am Ende. 

Tipp: Lassen Sie sich nicht über soziale Netzwerke wie Facebook in dubiose Gruppen locken. Häufig nehmen die Macher derartiger betrügerischer Geldanlageversprechen Kontakt über soziale Netzwerke auf. Dort werden Sie in geschlossene Facebook-Gruppen oder WhatsApp-Gruppen gelockt, in denen Ihnen scheinbar simple, seriöse und renditestarke Geldanlagen versprochen werden. Außerdem werden Sie oft zu Veranstaltungen und Seminare eingeladen. Kein seriöses Unternehmen wir Anlagegeschäfte über derartige Gruppen bewerben oder gar vermarkten. Lassen Sie die Hände von Systemen, bei denen Sie als Geldanleger neue Investoren suchen und überzeugen sollen. 


Abgezockte Geldanleger werden oft zweimal betrogen

Betrogene Geldanleger werden nach einiger Zeit erneut kontaktiert. Wieder handelt es sich um Betrüger, die telefonisch Kontakt mit ihren potenziellen Opern aufnehmen. Im Telefonat geben sie sich als Behörden, Ermittler oder Hilfsorganisationen aus, die zumindest einen Teil des verlorenen Geldes zurückholen möchten. In der Vergangenheit haben die Kriminellen sogar im Namen der BaFin angerufen und Entschädigungszahlungen in Aussicht gestellt. Fallen Sie auf solche Hilfsangebote nicht herein. Sie sollen auf diese Weise ein zweites Mal abgezockt werden.

Movie Money

Polizei warnt vor Falschgeld: Movie Money im Umlauf – Das müssen Sie tun

Falschgeld ist aktuell vermehrt im Umlauf. Davor warnt das Bayrische Landeskriminalamt. Das sogenannte „Movie Money“ wird eigentlich für Filmproduktionen und Zaubershows hergestellt. Zuletzt wurde es aber vermehrt in den echten Zahlungsverkehr eingebracht. Prüfen Sie Ihr Geld genau. War dieser Artikel hilfreich? Sending User Review 3 (3 votes)

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So schützen Sie sich vor unseriösen Geldanlagen im Netz

Das Bayrische Landeskriminalamt gibt Tipps, wie Sie sich vor dubiosen Geldanlagen und nicht vorhandenen Renditen schützen können. Zum Glück gehen die Betrüger immer ähnlich vor, sodass Sie diese erkennen können. Sie müssen nur wissen worauf zu achten ist.

  • Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die eine sichere Anlage, eine garantierte Rendite, dazu hohe Gewinne oder ein nur sehr geringes Risiko versprechen!
  • Misstrauen Sie Bonusversprechungen und Erfolgen auf Demo-Konten.
  • Nutzen Sie bei Anlageangeboten im Internet verschiedene Suchmaschinen, um möglichst umfassende Informationen zum Anbieter und zum Produkt zu erhalten. Beachten Sie aber, dass auch hier Manipulation durch die Täter droht.
  • Achten Sie bei Anlageangeboten im Internet darauf, ob ein Impressum angegeben ist. Wer ist Ihr potentieller Vertragspartner und wo hat er seinen Sitz?
  • Handelt es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen? So prüfen Sie das.
  • Lehnen Sie unaufgeforderte Anrufe im Zusammenhang mit Anlageangeboten ab! Lassen Sie sich nicht auf Beratungsgespräche mit Unbekannten ein.
  • Vorsicht bei Hilfsangeboten! Häufig geben sich Betrüger, die Ihre Kundendaten erworben haben, als „Samariter“ aus, die Sie dabei unterstützen wollen, Ihr verlorenes Geld zurückzuholen.
  • Gewähren Sie Fremden keinen Zugriff auf Ihre Wallet bei Kryptowährungen!
  • Erlauben Sie niemanden im Zusammenhang mit Anlegerangeboten einen Zugriff auf Ihren Rechner, Handy oder Laptop mittels einer Fernwartungssoftware!

Letztlich können Sie jede Webseite selbst überprüfen, indem Sie unsere Checkliste für Fakeshops heranziehen. Achten Sie bei Geldanlagen immer darauf, wo die Unternehmen ihren Sitz haben. Sitzen die Firmen im Ausland, haben Sie bei Streitigkeiten immer schlechte Karten.

Wir erklären in einem weiteren Artikel, woran Sie Schneeballsysteme im Zusammenhang mit zwielichtigen Geldanlagen erkennen.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Nutzen Sie die Kommentare unterhalb des Artikels, um sich mit uns und unseren Lesern auszutauschen.

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