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Paket ohne Bestellung erhalten? – Wenn Ware einfach geliefert wird


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Firmen versenden Pakete, um Waren an ihre Kunden auszuliefern. Der Inhalt dieser Sendungen wurde von Verbrauchern vorher geordert und wird meist von den Empfängern sehnlichst erwartet. Aber es gibt auch Unternehmen, die Waren ohne eine verbindliche Bestellung und ohne Wissen der Empfänger versenden. Wie es zu solchen Auslieferungen kommt und was dahinter steckt, erfahren Sie in unserem Artikel.

Der Handel im Internet floriert. Verkäufer beliefern ihre Kunden mit den bestellten Produkten. So werden täglich Tausende Pakete versendet. Doch nicht immer wissen die Empfänger, dass eine Sendung für Sie auf dem Weg ist. Es gibt Firmen, die versenden scheinbar willkürlich Pakete mit Waren an nichts ahnende Verbraucher. In den Paketen befinden sich nicht etwa kostenlose Werbegeschenke oder Produktproben.

Es hat sich eine neue mutmaßliche Betrugsmasche entwickelt, die auf den ersten Blick keinen Sinn macht. Zunächst werden Waren samt Rechnung verschickt. Soweit ein ganz normaler Prozess. Allerdings wurden diese Waren von den Empfängern nicht wissentlich bestellt. Aber warum versenden diese Firmen Pakete scheinbar ohne Grund? Die versendeten Waren haben schließlich einen Wert, der vorfinanziert werden muss. Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist allerdings: Woher kommen die Adressdaten der Empfänger? Bei der Verbraucherzentrale liegen seit längerer Zeit Beschwerden zu dieser Masche vor.

Haben Sie diese Videos schon gesehen?

Was steckt hinter der scheinbaren Betrugsmasche?

So sinnfrei und wenig erfolgversprechend diese Masche auf den ersten Blick scheint, so simpel und scheinbar lukrativ ist sie für die Firmen. Erfahrungsgemäß nutzen die Unternehmen soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram, um ihre Produkte zu bewerben. Es scheint so, als würden genau die Plattformen herausgesucht, auf denen vorwiegend jüngere Verbraucher aktiv sind.

Der NDR hatte vor längerer Zeit einen Fall recherchiert, bei dem eine Jugendliche eine Werbung angeklickt und dadurch die „Bestellung“ ausgelöst haben soll. Leider ist dieser Vorgang nicht wirklich nachvollziehbar. Denn um eine Postsendung zustellen zu können, brauchen die Firmen die Adressdaten ihrer „Kunden“. Aus diesem Grund gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die persönlichen Angaben wurden auf der Webseite des Onlineshops hinterlassen oder die Firmen haben die Daten erworben. Dann wäre es ein sehr großer Zufall, dass die Jugendliche die Webseite besucht hat und dann auch das Paket an sie versendet wurde. Wahrscheinlicher ist allerdings die Eingabe der Daten auf der Webseite. Gerade unerfahrene Nutzer sollten zu diesem Thema sensibilisiert werden. Viele Verbraucher gehen sehr sorglos mit ihren persönlichen Daten um.

Heute aktuell: Das müssen Sie gelesen haben:

Adressen von potenziellen „Kunden“ werden im Internet legal, aber auch illegal gehandelt. Adresslisten mit mehreren Millionen Datensätzen wechseln hier den Besitzer und können somit missbraucht werden. Sie können übrigens selbst überprüfen, ob Sie auf einer der im Internet gehandelten Adresslisten stehen. Das können auch unseriöse Firmen nutzen, die dann Ihre Waren auf gut Glück versenden. Im zugestellten Paket ist nicht nur die angeblich bestellte Ware. Eine Rechnung wird gleich mitgesendet, was bei einem legalen Vertragsabschluss völlig normal ist. Bei dieser Masche geht unter Umständen kein rechtmäßiger Vertragsabschluss voraus. Entweder ist der Preis oder der Kaufen-Button nicht richtig gekennzeichnet. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, warum verschiedene Kunden sich an keine Bestellung erinnern können. Um das Geld trotzdem zu kassieren, wird sofort Druck auf den Verbraucher aufgebaut. Eine kurze Zahlungsfrist wird gesetzt. Zudem drohen die Firmen sofort mit einem Inkassounternehmen, falls das Geld nicht rechtzeitig eingeht.

Was soll ich mit dem Paket und der Ware tun?

Als Erstes: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie keine Bestellung ausgelöst haben, sind die Forderungen unrechtmäßig. Meldet sich dann das Inkassounternehmen bei Ihnen, sollten Sie in jedem Fall handeln. Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie eine Anzeige. In einigen Bundesländern können Sie die Strafanzeige auch online erstatten. Leider prüft das Inkassounternehmen nicht, ob die Forderungen rechtmäßig sind. Der Betrag wird eingefordert und unter Umständen gerichtlich beigetrieben.

In einigen Foren und Beiträgen im Internet wird geschrieben, dass Sie die Ware vernichten können. Wir raten davon ab. Der Absender kann unter Umständen die Herausgabe und Rücksendung auf Kosten der Firma verlangen. Ist die Ware dann weg, sind Sie unter Umständen zum Schadensersatz verpflichtet. Sie sollten in jedem Fall das liefernde Unternehmen nachweislich darüber in Kenntnis setzen, dass Sie nichts bestellt haben und die Ware nicht möchten. Sicherheitshalber können Sie den Kauf auch Anfechten oder Widerrufen. Sie können dafür auch den Musterbrief der Verbraucherzentrale verwenden, den Sie nur an Ihre Bedürfnisse anpassen müssen. Erklären Sie, dass Sie die Ware gern auf Kosten des liefernden Unternehmens zurücksenden.

Nicht immer sind die liefernden Unternehmen selbst schuld. In einigen Fällen wird die Bestellung auf fremden Namen von dubiosen Diensten oder gar Kriminellen ausgelöst. Die entsprechende Firma hat dann gar keine Kenntnis darüber, dass in Wirklichkeit gar nichts bestellt wurde. Beispielsweise berichten Nutzer die sich bei Probenheld.de angemeldet haben immer wieder von dubiosen Paketsendungen, die sie plötzlich bezahlen sollen. Auch der Versandhändler Amazon wurde zum Opfer von Kriminellen, die auf Kosten vollkommen unbeteiligter Verbraucher Ware bestellt haben.

Welche Firmen versenden unaufgefordert Pakete?

An dieser Stelle sind Sie gefragt. Wurde Ihnen auch ein Paket zugestellt, ohne das Sie etwas bestellt haben und Sie sollen den Inhalt bezahlen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected] oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel. Mit Ihren Erfahrungen helfen Sie anderen Verbrauchern, sich gegen unseriöse Unternehmen zu wehren oder sich sogar zu schützen.

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59 Gedanken zu „Paket ohne Bestellung erhalten? – Wenn Ware einfach geliefert wird“

  1. Um das Phänomen zu verstehen, muss man sich mit dem Prozess dahinter auseinander setzen.

    Anbei ein Beispiel:

    Chinese Fu lässt einen Container Ware nach Deutschland verschiffen und lässt sie zur Logistikzentrum ABC GmbH liefern. Dort wird die Ware eingelagert. Fu muss dafür Lagerkosten pro Regalplatz zahlen.

    Fu fängt aus China heraus an, auf Handelsplattformen seine Ware zu verkaufen. Lisa Lustig kauft eine Halskette von Fu. Fu beauftragt die ABC GmbH die Kette an Lisa zu schicken. Dafür kassiert die ABC GmbH von Fu eine Gebühr plus Porto. Lisa bekommt binnen 2 Tagen ihre Kette via DHL. Alle sind soweit glücklich.

    Bis eines Tages Fu feststellt, dass so manche Produkte überhaupt nicht laufen. Sie liegen wie Blei in den Regalen. Die ABC GmbH kassiert weiter ihre Miete für die Lagerung. Gerne entsorgt die ABC GmbH auch die Sachen, doch das kostet auch Geld.

    Da kommt Fu auf eine clevere Idee: er beauftragt die ABC GmbH damit, die Ramschware einfach per „gefakte“ Bestellungen an arglose Kunden zu versenden. Er bekommt sein Lager leer, das reduziert Kosten. Und das Porto für den Versand ist billiger als die Entsorgung.

    Antworten
    • Hallo ich habe heute ein Paket mit Schokoladenzeugs und Krokant?erhalten. Es steht überall Noisettines du Medoc drauf laut Internet eine Schokoladenfirma in Frankreich. Ich habe weder was bestellt kannte die Firma und französisch kann ich auch nicht.Rechnung liegt keine bei. Aber was mache ich jetzt? Kann dort ja nicht mal anrufen weil die mich eh nicht verstehen. Bitte um Antwort

      Antworten
  2. Habe ein Päckchen erhalten, von Hermes zugestellt. Es liegt keine Rechnung bei und der Absender ist auch nicht bekannt. Was macht man jetzt am besten?

    Antworten

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