Mohrenkopf & Negerkuss: Woher kommt der Begriff und ist dieser rassistisch?


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Mohrenkopf, Negerkuss, Schaumkuss, Schokokuss, Schokoschaumgebäck – alle Begriffe bezeichnen ein und dieselbe Nascherei. Doch welche Betitelung des  Nahrungsmittels ist richtig? Und wird man zum Rassist, wenn man einen Negerkuss oder Mohrenkopf isst?

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd hat eine neue und weltweite Debatte über Rassismus ausgelöst. Infolgedessen kommen auch wieder die Diskussionen über das Schaumgebäck hoch. Die Nascherei wird in Deutschland je nach Region anders betitelt. Auch die Schweizer und Österreicher haben unterschiedliche Bezeichnungen für das Gebäck.

Doch wie dürfen Sie und vor allem die Hersteller das Lebensmittel nun nennen? Sind Sie ein Rassist, wenn Sie einen Mohrenkopf oder einen Negerkuss naschen? Dürfen diese Begriffe überhaupt noch verwendet werden?

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Negerkopf, Negerkuss und Mohrenkopf nicht mehr verwenden

Die Süßigkeit aus Schaumzucker, einer Waffel und Schokoladen- beziehungsweise Glasurüberzug hat es nicht leicht. Früher hießen die Teile Negerküsse und Mohrenköpfe. Doch heute sollten Sie diese Begriffe nicht mehr verwenden. Den Begriffen wird eine rassistische Wortbedeutung zugrunde gelegt. Schließlich dürfen Sie dunkelhäutige Mitmenschen auch nicht mehr als Neger oder Mohr beschimpfen.

Doch nicht alle halten sich an diese Regelung. Häufig wird in der Umgangssprache der Schaumkuss immer noch als Negerkuss oder Mohrenkopf bezeichnet. Ein schweizerisches Unternehmen weigert sich aktuell sogar, seine Mohrenköpfe umzubenennen. Und das, obwohl es laut sueddeutsche.de bereits eine Petition gegen das Unternehmen gibt. Aber dem Onlinemagazin zufolge sind gerade in der aktuellen Debatte die Absätze des Unternehmens um das doppelte angestiegen.

Die Frage ist jedoch, ob man eine Süßigkeit für den Rassismus verantwortlich machen kann? Und müssten dann nicht auch bestimmte Örtlichkeiten, die den Begriff „Mohr“ oder „Neger“ enthalten ebenfalls umbenannt werden?

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Woher kommt der Begriff „Mohrenkopf“ überhaupt?

Die ersten Schokoküsse soll es laut Wikipedia um 1800 in Dänemark gegeben haben. In den französischen Konditoreien entstanden dann im 19. Jahrhundert die „Tête de nègre„, auf deutsch Kopf eines Negers. Damals bestand die Süßigkeit aus einer baiserartigen Masse und einem Schokoladenguss. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es die Nascherei dann auch in deutschen Konditoreien und wurde fast wörtlich mit „Mohrenkopf“ übersetzt. Die französische Füllung (Baiser) heißt zu deutsch so viel wie „Kuss“ . Daher gab es laut Wiktionary auch die parallele Übersetzung mit „Negerkuss“ .

Zur Zeit des zweiten deutschen Kaiserreichs (1871 – 1918) unterwarfen die Deutschen die Bevölkerung in Ost-, Südwest- und Westafrika mit einer aggressiven Kolonialpolitik. Die Menschen aus den Kolonien wurden anschließend in europäischen Städten vorgeführt. In dieser Zeit entstanden auch Begriffe wie der Sarotti-Mohr, Mohren-Apotheke, Gasthäuser und Hotels mit dem Namen „Zu den drei Mohren“ und weitere Namensgebungen.

Im Zuge der Rassismusdebatten wurden die Begriffe Mohr und Neger weitestgehend aus dem deutschen Wortschatz verbannt. Auch im Duden findet sich ein Hinweis darauf, dass es sich bei den Wörtern „Mohr“ und „Neger“ um diskriminierende Bezeichnungen für Menschen mit dunkler Hautfarbe handelt.

Auch der Begriff Schokokuss ist oft nicht zulässig

Da könnte man meinen, dass mit Schokokuss eine gute Bezeichnung gefunden wurde, die keinen Anlass zur Klage gibt. Aber weit gefehlt. Denn längst nicht jeder Schaumkuss darf als Schokokuss bezeichnet werden. Schuld daran ist das deutsche, österreichische und Schweizer Lebensmittelrecht. Danach muss ein Schokokuss zwingend mit echter Schokolade überzogen sein, sonst ist die Bezeichnung unzulässig. Das ist wohl der Grund, warum es immer öfter Schaumkuss heißt, da die meisten Produkte nicht mit Schokolade, sondern einer Fettglasur überzogen sind.


Schmeckt Ihnen der Schaumkuss noch?

Bei soviel Rederei um die Begrifflichkeit, stellt sich doch die Frage, ob der Schaumkuss überhaupt noch schmeckt? Wie bezeichnen Sie denn die Süßigkeit? Und essen Sie diesen Süßkram überhaupt? Nutzen Sie die Kommentare unter dem Artikel, um uns mitzuteilen, wie der Schaumkuss bei Ihnen bezeichnet wird.

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3 Gedanken zu „Mohrenkopf & Negerkuss: Woher kommt der Begriff und ist dieser rassistisch?“

  1. Diese ganze Rassismusdebatte auf ein Gebäck auszuweiten ist wirklich identisch. Hier haben wohl viele zu heiß gebadet. Sollen wir jetzt alle Märchenbücher verbrennen in denen der „Mohr aus dem Abendland“ beschrieben wird? (in meinen Kindheitserinnerungen war das immer ein stolzer Krieger und weiser Mann)
    Um hier politisch korrekt zu handeln müsste man die genauen Staatszugehörigkeiten, Stammeszugehörigkeiten oder geographischen Zuordnungen korrekt kennen. Da stell ich mir die Märchen zukünftig lustig vor. Vor allem wenn man den Wortlaut im Text ändert. Wichtig ist doch das politisch, ethnisch und korekte Handeln was den Unterschied zu einem Schimpfwort ausmacht.
    ps. Hingegen das Wort „Nazi“ mit denen wir deutschen beschimpft werden wird immer einen negativen Eindruck haben egal ob wir den Krieg mit erlebt haben oder nicht!
    Wird von dieser Seite aus eine
    Rassismusdebatte angestoßen?
    Lasst bitte mal die Kirche im Dorf.
    Es ist ein Gebäck!

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  2. Negerkuss kann doch eigentlich nicht rassistisch sein. Ein Kuss ist doch etwas sehr schönes und warum sollte ich einen Kuss von jemanden wollen, dem ich negativ gegen über stehe. Was sollen Menschen machen, die den Namen Mohr tragen oder es sich um einen Namensteil handelt. Sollen diese Menschen ihren Namen ändern, oder müssen sie ständig mit der Rassismus Vorhaltung leben? Ich denke diese Debatte wird gerade wiedermal sehr hochgekocht. Langsam weiß man nicht mehr, was noch politisch korrekt ist.

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  3. Diese Schaumküsse sind eh so pappsüß, dass alles zu spät ist. Im Schaum ist viel zu viel Zucker enthalten, da würde ein Drittel schon völlig reichen. Wenn ich mal einen erwische, dann möglichst mit Zartbitterschokolade, die macht das Süße wenigstens wieder ein Bisschen weniger – zumindest zum Schein.

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