Facebook und WhatsApp: HIV-Nadel in Zapfhahn an Tankstelle – Fakt oder Fake?


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Leser haben uns ein Bild zugesendet, welches derzeit auf Facebook und WhatsApp die Runde macht. Dieses Bild soll Nutzer vor angeblich HIV-infizierten Nadeln in den Zapfhähnen an Tankstellen warnen. Doch was ist an diesem Kettenbrief beziehungsweise der Warnung dran? 

Immer wieder teilen Leser Bilder mit uns, die Kettenbriefe zeigen, welche über WhatsApp und in Facebook geteilt werden. So haben wir auch das Bild von der Zapfsäule erhalten, wo in dem Zapfhahn eine Nadel steckt. Doch diesmal ist das Bild eine Mischung aus echtem Foto mit realer Meldung und einer daraus entstandenen Falschmeldung. Wie das geht?

Ganz einfach: Man nehme ein reales Bild, dass jemand gepostet hat, und peppe es mit einer gehörigen Portion ausgedachtem Unsinn auf. Allerdings muss der Unsinn so dramatisch sein, dass das Bild eine Eigendynamik entwickeln kann. Je grauenvoller und schlimm alles ist, desto besser für den viralen Hit. So wurde das auch bei dem Bild mit der Tankpistole und der Nadel gemacht. Der Text im englischen Original dramatisiert das Bild unheimlich und die Aufforderung zum Teilen mit Freunden unterstreicht noch einmal die vermeintliche Wichtigkeit.

Im englischen Hoax-Text steht:

So HIV infected needles in petrol pumps is now a thing… Wtf. Be careful… Please look before pumping up they are putting infected HIV needles In the petrol stations. Please warn every friend of yours and family members. Please share share share

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Faktencheck zum HIV-Nadel-Bild

Auch unser Kooperationspartner mimikama.at hat das Bild bereits unter die Lupe genommen und untersucht, was es damit auf sich hat. Folgendes hat Andre herausgefunden:

Das Foto ist echt. Es stammt aus den USA, genauer gesagt wurde es an einer Tankstelle am Alessandro Boulevard in Moreno Valley aufgenommen. Es war Jose Medina, der auf dem Weg zur Arbeit am 22. Mai 2017 sein Fahrzeug betanken wollte, jedoch dabei von dieser Nadel verletzt wurde. Medina fuhr daraufhin direkt ins Krankenhaus, um sich auf Infektionen untersuchen zu lassen. Ebenso wurde die Polizei informiert und das Thema auch auf Fox11 veröffentlicht.

Seine Tochter Jacqueline Medina veröffentlichte anfangs dieses Foto, um zur Vorsicht zu mahnen. Was sie zu dieser Zeit jedoch nicht ahnte: das Bild sollte eine Eigendynamik bekommen und durch Dritte dramatisiert werden, indem es an anderen Stellen ebenso veröffentlicht wurde und dort die Geschichte um die HIV-Komponente erweitert wurde.

Doch damit nicht genug. Die Meldung wurde noch erweitert und ein (augenscheinlich nicht existierender) Captain Abraham Sands der Jacksonville-Polizei warnt plötzlich vor zahlreichen infizierten Nadeln in mehreren Staaten.

My name is Captain Abraham Sands of the Jacksonville, Florida Police Department. I have been asked by state and local authorities to write this email in order to get the word out to car drivers of a very dangerous prank that is occurring in numerous states.

Some person or persons have been affixing hypodermic needles to the underside of gas pump handles. These needles appear to be infected with HIV positive blood. In the Jacksonville area alone there have been 17 cases of people being stuck by these needles over the past five months. We have verified reports of at least 12 others in various states around the country.

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Hoax findet Weg zum Ursprung zurück

Die Hoax-Meldung bekam auch Jacqueline Medina zu lesen, die sich wiederum laut mimikama.at an Snopes (US-amerikansiche Faktenchecker) wandte und die Geschichte dort meldete, damit Snopes aufklären konnte.

Mittlerweile hat Jacqueline Medina gepostet, dass keine Infektion bei ihrem Vater festgestellt wurde. Hier der gesamte Post:

Fazit zur Meldung

Auch hier möchten wir gern Andre von Mimikama.at zitieren, da es keine bessere Zusammenfassung gibt:

Das Bild ist echt. Diesen Vorfall gab es jedoch ein einziges Mal – und zwar im Mai 2017 in Kalifornien. Es wurden bei dem Verletzten keine Infektionen festgestellt. Mehr nicht. Aus. Der Rest ist ein Kettenbrief und Fake!

In diesem Sinne: Sie brauchen diese Meldung nicht mit Freunden und Familie zu teilen, da es diesen Vorfall nicht im deutschsprachigen Raum gegeben hat und es sich zudem offensichtlich um einen Einzelfall handelt. 

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