Facebook & WhatsApp: Kettenbrief zu STOPCOVID-App – Stimmt das?


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Seit einigen Wochen verbreiten sich auf Facebook und WhatsApp eigentümliche Kettenbriefe. Diese beginnen beispielsweise mit dem Text „An alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte, die diese COVID-19-App nutzen wollen“. Doch was soll das oder ist da wirklich eine Gefahr?

Wir berichten regelmäßig über dubiose Kettenbriefe in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder WhatsApp. Häufig geht es in diesen Nachrichten und Posts um Warnungen. Diese sind von den Nutzern in den meisten Fällen wirklich gut gemeint, aber sie sind gar nicht gut. Denn Kettenbriefe haben gemeinsam, dass mit Falschinformationen gearbeitet wird. Im besten Fall sind es Halbwahrheiten.

Aktuell verbreitet sich ein Kettenbrief zur STOPCOVID-App beziehungsweise COVID-19-App, der besonders leicht als solcher zu erkennen ist. Kettenbriefe haben oft gemeinsam, dass sie so allgemein verfasst sind, dass sie sowohl zeitlich als auch örtlich immer gültig sind. Hinzu kommen die Nutzer, die die Texte ohne nachzudenken kopieren und weiterversenden. Da kann man nur hoffen, dass es viele intelligente Menschen gibt, denn sonst wird es bald sehr viele Nutzer in sozialen Netzwerken geben, die plötzlich keine Freunde mehr haben.

Wie sieht der Kettenbrief zur STOPCOVID-App aus?

Erfahrungsgemäß verändern sich die Kettenbriefe und Posts in sozialen Netzwerken nach dem typischen stille Post-Prinzip recht schnell. Falls Sie einen abweichenden Text sehen, dann leiten Sie diesen bitte per E-Mail an [email protected] oder per WhatsApp an 03054909774 weiter.

So lautet die uns bisher bekannte Version des Kettenbriefes:

19.06.2020 Es gibt schon wieder eine neue Version des Kettenbriefes. Auch diesen sollten Sie nicht teilen, denn es handelt sich inhaltlich um groben Unfug. Der Verfasser des Kettenbriefes hat bedauerlicherweise weder verstanden worum es bei dieser App geht, noch wie sie funktioniert. Und natürlich müssen Sie nichts unternehmen, wenn Sie die Corona-Warn-App nutzen.

Hallo, ich hab eine Bitte an alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte, die ab Mitte Juni die neue App des Robert-Koch-Instituts nutzen wollen.

Nimm es nicht persönlich, aber bitte streiche mich von Deiner Telefonkontaktliste und allen Social Media-Plattformen, die Du verwendest, bevor Du die App auf Deinem Smartphone installierst, oder sie installieren lässt ohne sie wieder zu entfernen.

Du hast NICHT meine Zustimmung, meine Telefonnummer in Verbindung mit der Corona-Warn-App zur Identifizierung, Tracking oder Standortbestimmung meiner Person zu verwenden, denn wenn Du diese App hast, kann auf alle Deine Kontakte via App zugegriffen werden.

Zu diesem Dossier hast Du nicht meine Zustimmung, mich in Deine persönliche Wahl miteinzubeziehen diese App zu nutzen, und ich ziehe jede Zustimmung zurück, meine Kontaktdaten in Verbindung mit der Stopcovid App zu nutzen bzw zu speichern.
Ich weise an dieser Stelle auf die Datenschutzgrundverordnung DSGVO hin, die untersagt, dass ohne Zustimmung keine persönliche Daten wie z.b. Telefonnummern oder Adressen gespeichert werden dürfen.
Wenn Du die APP nicht nutzt oder nutzen willst, kannst Du das gern teilen und weiter geben.

Ich respektiere Deine Wahl.
Danke, dass Du meine auch respektierst.

18.06.2020 Es gibt eine weitere Version des Kettenbriefes:

‼️‼️‼️ WICHTIG: ‼️‼️‼️
An alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte, die diese COVID-19-App nutzen wollen,
Nehmt es mir nicht persönlich, aber bitte streicht mich von eurer Telefonkontaktliste und allen Social Media-Plattformen, die ihr verwendet, bevor ihr die App auf eurem Smartphone installiert.
Du hast nicht meine Zustimmung, meine Telefonnummer in Verbindung mit deiner App zur Identifizierung, Tracking oder Standort meiner Person zu verwenden, denn wenn du diese App hast, werden alle Kontakte bekannt sein.
Ihr habt *nicht* meine Zustimmung mich in eure persönliche Wahl einzubeziehen, diese App zu nutzen!
Und wenn jetzt Fragen kommen ob das mein Ernst ist….ja ist es! Löscht mich, wer es jetzt noch nicht begriffen hat,dass wir nur veräppelt werden….sorry aber euch ist dann nicht mehr zu helfen!

Ich respektiere deine Wahl, danke, dass du meine respektiert hast 🙏💛

Das habe ich geschrieben und gepostet! Könnt ihr gerne teilen oder weiterleiten🤓

12.05.2020

WICHTIG:
An alle unsere Kontakte, Freunde und Bekannte, die diese STOPCOVID-App nutzen wollen, nehmt es nicht persönlich, aber bitte streicht uns von eurer Telefonkontaktliste und allen Social Media-Plattformen, die ihr verwendet, bevor ihr die App auf eurem Smartphone installiert.
Du hast nicht unsere Zustimmung, unsere Telefonnummern in Verbindung mit deiner App zur Identifizierung, Tracking oder Standort unsere Personen zu verwenden, denn wenn du diese App hast, werden alle Kontakte bekannt sein.
Zu diesem Dossier habt ihr nicht unsere Zustimmung, uns in eure persönliche Wahl einzubeziehen, diese App zu nutzen, und wir ziehe jede Zustimmung zurück, damit ihr uns einbezieht oder unsere Kontaktdaten aufbewahren.
Man hat gesehen, was in China mit diesem Programm passiert, da haben wir überhaupt keine Lust darauf!
Du kannst es kopieren und einfügen das habe ich gerade selbst mit dem Post eines Freundes gemacht, der es auch kopiert hat… und so läuft die Information.
Wir respektieren deine Wahl, danke, dass du unsere respektiert hast.

Besonders kurios ist, dass diesen Text ausgerechnet jene Menschen posten, die Ihre Daten im Internet jeden Tag verbreiten und nur wenig bis gar nicht auf ihre Privatsphäre achten. Wer ernsthaft seine Daten schützen und verantwortungsbewusst mit persönlichen Daten umgehen möchte, sollte Facebook, WhatsApp, Instagram und andere soziale Netzwerke meiden. Die Corona-App zu meiden, ist da sicher der falsche Ausgangspunkt. Davon unabhängig wird der Text jedoch von der Faktenlage entwertet.

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Was ist eine StoppCOVID19-App überhaupt?

Update 18.06.2020 Bei der so genannten Corona-App handelt es sich um eine Software, welche Sie auf Ihrem Smartphone installieren. Dabei handelt es sich in Deutschland um eine Tracing-App, die klar von einer Tracking-App zu unterscheiden ist. Mit einer Tracing-App sollen Kontakte verfolgt und aufgezeichnet werden, um später Infektionsketten besser nachverfolgen zu können. Etwas ganz anders ist eine Tracking-App, die Standorte aufzeichnet und die Erstellung von Bewegungsprofilen ermöglicht. Diese Aufzeichnung von Orten kann die Corona-App in Deutschland nicht.

In Bezug auf den Kettenbrief ist noch wichtig, dass die deutsche Corona-App keine Profildaten aus sozialen Netzwerken oder Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen speichert. Das wäre viel zu kompliziert. Vielmehr wird über technische Parameter ermittelt, welche Handys sich sehr nah gekommen sind. Vermutlich waren sich dann auch die Besitzer der Smartphones nahe. Zu diesen Handys wird eine Geräte-ID gespeichert, über die eine Rückverfolgung möglich ist. In Deutschland sollen die Daten dezentral, also nur auf dem Gerät des Nutzers und nicht in einer zentralen Datenbank gespeichert werden.

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Was ist an dem dubiosen Kettenbrief dran?

Nicht alle Nutzer kopieren den Inhalt des Posts ohne nachzudenken. Viele Nutzer fragen sich, ob an dem Text etwas dran ist und ob wirklich eine Gefahr oder ein Problem mit dem Datenschutz besteht. Hier können wir Entwarnung geben. Zum Zeitpunkt der ersten Verbreitung des Kettenbriefes gab es in Deutschland und vielen anderen Ländern noch gar keine offizielle Tracing-App, um die COVID19-Infektionen nachzuvollziehen. Zudem ist in dem Text gar keine spezielle App bezeichnet, die hier gemeint sein könnte. Damit lässt sich der Vorwurf, dass hier Informationen aus sozialen Netzwerken oder Telefonnummern gespeichert und verarbeitet werden, gar nicht zuordnen.

Update 18.06.2020 Die mittlerweile verfügbare deutsche Corona-App ermöglicht zudem kein Tracking, keine Indentifizierung von Personen und keine Ermittlung des Standortes. Damit stellt der Kettenbrief eine Falschinformation dar und dient erneut nur der Panikmache.


Muss ich aufgrund der DSGVO tätig werden?

Einige Verbraucher stellen sich die Frage, was es mit dem verweis auf die DSGVO auf sich hat. Müssen Sie aktiv werden und die Daten tatsächlich löschen? Hier können wir Entwarnung geben. Sie müssen keine Daten geben. Die DSGVO finden in diesem Kontext bei privaten Nutzern überhaupt keine Anwendung.

Warum wurde der Kettenbrief veröffentlicht?

Darüber können wir zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren, da wir den Verfasser der Falschinformation nicht kennen. Allerdings wissen wir, dass rund um das Coronavirus zahlreiche Fake-News existieren, die Panik machen sollen. Der Verfasser des Kettenbriefes zur STOPCOVID-App könnte also die Absicht haben, damit andere Menschen gezielt zu beunruhigen.

Genau so wahrscheinlich ist es allerdings, dass der Text aus Unwissenheit entstanden ist. Denn viele Menschen haben große Angst vor einem möglichen Tracking und einer Verfolgung mit Standortdaten. Das erklärt auch, warum sich der eigentlich unsinnige Text so rasant verbreitet. Am Ende ist es egal, wer die Botschaft zu einer  STOPCOVID-App warum veröffentlicht hat. Es ist und bleibt Unfug.


Ist ein Schutz vor der Corona-App möglich?

Theoretisch ja, allerdings bleibt dann auch der Gesundheitsschutz auf der Strecke. Wer also an seiner eigenen Gesundheit und der seiner Mitmenschen gar nicht interessiert ist, müsste sich von der Nutzung des Internets und seines Smartphones verabschieden. Dann wäre es theoretisch nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuvollziehen. Sinnvoll ist das selbstverständlich nicht.

Warum sehe ich die Information so oft?

Der Kettenbrief verbreitet sich aktuell besonders schnell. Das hat sicher damit zu tun, dass die Menschen grundsätzlich vor neuen Dingen Angst haben. Hinzu kommt, dass sie nicht genau wissen, wie so eine App funktioniert. Und Unwissenheit führt natürlich zu viel Raum für Spekulationen, die letztlich in solchen Fake-Informationen enden können. Hinzu kommt, dass es in sozialen Netzwerken eine ganze Menge Nutzer gibt, die Kettenposts oder WhatsApp-Nachrichten einfach so teilen. Wer sich die Mühe macht und darüber nachdenkt, würde die Fakten recht schnell durchschauen und den Kettenbrief als Fake identifizieren.

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Was sollten Sie tun, wenn Sie die Information bekommen?

Tragen Sie nicht zur weiteren Verbreitung bei, indem Sie den Text weiter versenden. Nutzen Sie vielmehr die Gelegenheit, um Fragen zu stellen oder den Absender aufzuklären. Es gibt viele labile und psychisch nicht so stabile Menschen, denen solche Falschinformationen richtig Angst machen. Informieren Sie den Absender über die Fakten. Dazu können Sie diesen Artikel teilen.

Senden Sie uns dubiose Kettenbriefe und machen Sie das Internet so sicherer

Sie können selbst etwas dazu tun, dass sich soziale Netzwerke nicht weiter mit Fake-News und Panikmache füllen. Falls Sie unglaubliche Informationen finden, dann senden Sie uns den Link zu diesen Nachrichten oder leiten Sie die Nachricht per WhatsApp an 03054909774 oder E-Mail an [email protected] weiter. Wir klären über die Themen auf.




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