gelbesbranchenbuch.info / gelbesbranchenbuch.com: E-Mail / Rechnung von „Gelbes Branchenbuch“ ist eine Falle


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Aktuell erhalten viele Selbständige und Unternehmen eine E-Mail. Darin geht es um ihre gespeicherten Daten, die aufgrund des Datenschutzes zu überprüfen sind. Doch wer das Formular in der Anlage zurück  sendet, der landet in einer Kostenfalle.

Sie tauchen regelmäßig auf und sind vor allem für Selbständige, Freiberufler und Unternehmen gefährlich. Die Rede ist von trickreichen Formularen für Branchenbucheinträge. Auf den ersten Blick sind diese oft nicht als neuer Branchenbucheintrag zu erkennen. Vielmehr denken die Unternehmer, dass hier die ohnehin schon bekannten Daten abgeglichen und überprüft werden sollen. Zuletzt haben wir vor Regista Online, der Datenschutzauskunft-Zentrale (DAZ) und gewerbeverzeichnis-regional.net gewarnt.

Aktuell tauchen erneut E-Mails auf, die zu einem Abgleich der Daten auffordern. Angeblich geht es um den Datenschutz. Doch tatsächlich lösen Sie mit der Rücksendung des Formulars in der Anlage der E-Mail einen kostenpflichtigen Auftrag aus. Ihre Daten werden in ein relativ unbekanntes Verzeichnis eingetragen. Mit den bekannten Gelben Seiten hat dieses Branchenbuch allerdings nichts zu tun.

Haben Sie diese Videos schon gesehen?

Wie kommt es zu dem kostenpflichtigen Eintrag auf gelbesbranchenbuch.info?

Die Masche funktioniert seit Jahrzehnten. Obwohl es sich letztlich immer um die gleiche Vorgehensweise handelt, fallen ständig neue Unternehmer darauf herein. Deshalb kann vor dem Trick gar nicht häufig genug gewarnt werden. Alles beginnt mit dem Versand von trickreichen Formularen, die bei den Unternehmern per E-Mail eingehen. Die Formblätter werden massenhaft versendet und erwecken bei vielen Geschäftsführern den Eindruck, dass es um einen seriösen Branchenbucheintrag geht. Bei flüchtiger Betrachtung soll nur die Adresse und Firmierung abgeglichen und weitere Firmendaten ergänzt werden. So sieht die aktuelle E-Mail aus, die mit dem Betreff „Firmeneintrag“ von Vanna Adams <[email protected]> versendet werden:

z. Hd. Geschäftsleitung

Sehr geehrte Firma …,

nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum europäischen Datenschutz unter Beachtung der Direktive 2002/58 werden Ihnen hiermit die Daten, die zu Ihrer Unternehmung elektronisch gespeichert wurden, mitgeteilt.

Bitte verifizieren Sie die Daten und nehmen Sie den Anhang zur Kenntnis. Diesen können Sie uns ggf. per Fax oder gescannt als Mailnachricht zurücksenden. Die Daten sind öffentlich auf der Web Site des Gelben Branchenbuchs einzusehen.

Freundliche Grüsse
Vanna Adams

In der Anlage der E-Mail befindet sich ein Formular, welches mit rudimentären Adressdaten des Empfängers bereits ausgefüllt ist. Doch wenn Sie diese Daten tatsächlich abgleichen, ergänzen und das Formular unterzeichnet zurücksenden, bekommen Sie wenig später eine Rechnung.

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Trickreiches Formular ist Angebot und Auftrag zugleich

Tatsächlich handelt es sich bei dem dubiosen Formular nämlich nicht um einen Datenabgleich, sondern um ein Angebot für einen Eintrag auf einer, im Vergleich zu den bekannten Gelben Seiten, relativ unbekannten Internetseite. Im Kleingedruckten und in den AGB des Unternehmens ist zu lesen, dass das Angebot durch Unterzeichnung angenommen wird. Es wird daraus ein kostenpflichtiger Auftrag für einen Interneteintrag. Das liest sich imKleingedruckten so:

[…] Die Annahme dieses Angebots erfolgt durch die Unterschrift durch den AG. Der Preis des Premium Business Eintrags beträgt 65 Euro pro Monat, zahlbar jeweils jährlich im Voraus (780 EUR); es wird ein Zahlungsziel von zehn Tagen nach
Rechnungsdatum vereinbart. […] Die Vertragslaufzeit beträgt drei Jahre und verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn nicht spätestens drei Monate vor Ablauf desjeweiligen Vertragszeitraums gekündigt wird. […]

Im Klartext bedeutet das, dass Sie drei Jahre lang jährlich 780 Euro bezahlen sollen. Sie lösen mit der Unterschrift also einen Auftragswert von 2.340 Euro aus. Viele Gewerbetreibende sind sich dessen nicht bewusst und wollten gar keinen Eintrag auf der Webseite beauftragen. Sie füllen das Formular im Stress schnell aus und senden es zurück. Das große Erwachen kommt dann erst, wenn sie die Rechnung erhalten.

Wer steckt hinter dieser Kostenfalle?

Bei dem Versender handelt es sich um kein deutsches Unternehmen. Vielmehr sitzt die Firma im Ausland. Dieser Vertragspartner ist auf dem Formular angegeben:

GBB Ltd.
Trust Company Complex
Ajeltake Rd.
Ajeltake Island
Majuro
Marshall Islands
MH 96960
Company Number: 37214.

Auf der Webseite gelbesbranchenbuch.info, welche auf gelbesbranchenbuch.com umleitet, ist aktuell gar kein Impressum angegeben. Damit entspricht die Webseite nicht den deutschen Rechtsnormen.


Müssen Sie die Rechnung bezahlen?

Auf gar keinem Fall sollten Sie derartige Rechnungen ungeprüft und voreilig bezahlen, wenn Sie versehentlich unterzeichnet haben. Häufig ist es so, dass Sie gar keinen Vertrag abschließen wollten und womöglich arglistig getäuscht wurden. Vielmehr haben Sie im Glauben an einen behördlichen oder seriösen Datenabgleich überprüft und unterzeichnet. Laut der Rechtsanwaltskanzlei Loschelder Leisenberg aus München lassen sich derartige Forderungen abwehren.

Wir haben mit Rechtsanwalt Daniel A. Loschelder über die dubiosen Rechnungen gesprochen. Er meint dazu:

Wenn Abofallenbetreiber und Branchenbuchabzocker für einen vermeintlichen Vertragsschluss Trickformulare einsetzen, sind die so zustande gekommenen Forderungen angreifbar. Wir haben in den letzten Jahren unzählige Mandanten erfolgreich gegen diese Maschen vertreten.Rechtsanwalt Daniel A. Loschelder

Auf keinen Fall sollten Sie den Kopf in den Sand stecken und die Rechnung in der Schublade verschwinden lassen. Mit Blick auf den recht hohen Betrag lohnt es sich rechtlichen Rat bei einem Rechtsanwalt einzuholen und zu besprechen, wie gegen die Forderung vorzugehen ist. Aus unserer Erfahrung ist es immer schwer, einmal überwiesenes Geld zurückzuholen.

Haben Sie die Rechnung erhalten und war diese Warnung hilfreich?

Uns interessiert, wie massiv die Trickformulare versendet wurden und ob diese nur in Deutschland oder auch in der Schweiz und Österreich im Umlauf sind. Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar, in welcher Region Sie das dubiose Branchenbuch-Angebot oder gar die Rechnung bekommen haben. Falls Sie ein ähnliches Schreiben erhalten haben, können Sie dieses an [email protected] senden und melden. Über die Kommentare unter dem Artikel kommen Sie zudem mit anderen getäuschten Unternehmern in Kontakt.

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