Behörden warnen: Unbestellter Samen aus Asien kann gefährlich sein


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In Deutschland erhalten Verbraucher per Post kleine Tütchen mit Samen. Diese Pflanzensamen wurden weder bestellt, noch ist bekannt um welche Pflanzen es sich dabei handelt. Wir erklären, was es damit auf sich haben könnte und welche Gefahr von den Samen ausgehen kann.

Seit Jahren berichten wir immer wieder von dubiosen Warensendungen. Verbraucher erhalten ohne Bestellung Pakete mit Waren. Oft ist vollkommen unklar, woher die Ware kommt und wer die Bestellung ausgelöst hat. In einigen Fällen flattert kurze Zeit später eine Rechnung für die nicht bestellten Artikel ins Haus. Manchmal handelt es sich aber auch um dubiose Werbeaktionen, mit denen der Verkauf angekurbelt werden soll.

Aktuell erhalten weltweit zahlreiche Menschen dubiose Päckchen mit Pflanzensamen. Zuerst sollen diese Sendungen in den USA aufgetaucht sein. Jetzt schwappen die mysteriösen Sendungen nach Europa über. Auch in Deutschland haben schon zahlreiche Verbraucher die Samen per Post erhalten. Laut dem Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) könnten die Samen gefährlich sein. Deshalb warnen die Forscher davor, die Samen selbst auszupflanzen. Die Spur der Samen-Versender führt nach Asien.

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Pflanzensendungen sind illegal

Laut dem Regierungspräsidium Gießen handelt es sich bei den Pflanzensendungen um illegale Lieferungen. Seit Ende 2019 dürfen alle Pflanzen, lebende Pflanzenteile, Samen sowie fast alles Obst nur noch mit einem amtlichen Pflanzengesundheitszeugnis versendet beziehungsweise eingeführt werden. Und genau an diesem Pflanzengesundheitszeugnis fehlt es in den Samenlieferungen. Normalerweise werden solche Sendungen bereits beim Zoll aussortiert und zurückgewiesen.

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Was steckt hinter den zugesandten Samen per Post?

Laut dem Julius Kühn-Institut könnte es sich auch bei dieser Aktion um eine Betrugsmasche handeln mit der Verkäufer die Anzahl ihrer Verkäufe, gekoppelt mit falschen Kundenbewertungen, erhöhen. Doch aktuell ist vollkommen unklar, ob es sich wirklich um eine Marketing-Aktion handelt. Auf den Samentütchen wird nämlich nicht angegeben, welches Saatgut sich tatsächlich in den Tütchen befindet.

Laut dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen könnte es sich um nichtheimische invasive Pflanzenarten beziehungsweise Unkräuter handeln. Problematisch ist vor allem, dass sich an dem Saatgut Krankheitserreger befinden können. Diese sind möglicherweise in Europa als Quarantäneschadorganismen eingestuft. Deshalb muss die Einschleppung verhindert werden.

[…] So könnten darunter nichtheimische invasive Pflanzenarten bzw. Unkräuter sein. Auch wenn dies nicht der Fall ist, so können sich am und im Saatgut Krankheitserreger befinden, wie Pilze, Bakterien oder Viren, die in Europa als Quarantäneschadorganismen eingestuft sind und deren Einschleppung unbedingt verhindert werden soll. []…Julius Kühn-Institut am 17.08.2020

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Was sollten Sie mit dem Samen tun?

Das dubiose Geschenk könnte für unsere heimischen Gärten, Parks, Wälder und Felder zur Gefahr werden. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem Samen keine Experimente machen und diesen weder im Zimmer noch im Kleingarten aussähen. Da nicht bekannt ist, mit welchen Stoffen das Saatgut kontaminiert ist, sollten dieser auch nicht auf dem Komposthaufen oder in der Biotonne entsorgt werden. Entsorgen Sie die samen möglichst ungeöffnet im Hausmüll, also in Deutschland in der schwarzen Tonne.


Wohin können Sie sich bei Fragen wenden?

Falls auch Sie eine dieser Samentütchen erhalten und dazu noch weitere Fragen haben, können Sie sich an den zuständigen Pflanzenschutzdienst in Ihrem Bundesland wenden. Die Kontaktdaten des Pflanzenschutzdienstes in Ihrem Bundesland finden Sie auf dieser Webseite.

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