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Kettenbrief WhatsApp/Facebook: „Hallo wir sind Artikel 13 und wir wollen die Folgenden Sozialnetzwerke Löschen“ – Echt oder völliger Quatsch?


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Auf WhatsApp und Facebook geht derzeit ein Kettenbrief um, der mit den Worten „Hallo wir sind Artikel 13 und wir wollen die Folgenden Sozialnetzwerke Löschen“ beginnt. Anschließend werden die bekanntesten sozialen Netzwerke wie YouTube, Facebook, Twitter und Instagram benannt. Doch was ist an der Meldung um die Schließung der Netzwerke und dem Artikel 13 dran?

Immer wieder berichten wir über Kettenbriefe, welche auf Facebook und per WhatsApp geteilt werden. Diese sorgen in den meisten Fällen dafür, dass die Nutzer in Abofallen oder bei Datensammlern landen. Doch manchmal wird mit den Kettenbriefen auch Panik geschürt. Warum dies der Fall ist? Weil jemand, der ein Thema nicht ganz verstanden hat, ein Kettenbrief ins Leben ruft, der nur auf Halbwahrheiten basiert. Oder weil sich irgendwelche Leute einfach einen Scherz erlauben.

Doch was ist jetzt mit dem aktuellen Kettenbrief? Schließlich ist der Artikel 13 derzeit in aller Munde. Sie wissen nicht, was es mit Artikel 13 auf sich hat? Dieser gehört zu der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Dort wird gerade diskutiert, inwiefern Urheber bestimmter Bilder und Inhalte noch besser geschützt werden können, indem beispielsweise keine Bilder, Videos und Links mehr geteilt werden dürfen.

Verpassen Sie keine Warnung. Hier können Sie uns folgen:

Um welchen Kettenbrief geht es genau?

Der Kettenbrief, der gerade massenhaft auf Facebook und per WhatsApp zu finden ist, hat den folgenden Text:

Hallo wir sind Artikel 13 und wir wollen die Folgenden Sozialnetzwerke Löschen: (YouTube, Facebook, Instagram und Twitter)

Wir machen derzeit eine Abmache mit Whatsapp undzwar machen wir es so das wenn sie diesen Brief an mindestens 20 Leute/Personen schicken wird es Dazu gezählt wenn mindestens 500.000 Leute diesen Brief weiter schicken überlegen wir uns diese Plattformen zu lassen.

Also müssen sie wenn sie wollen diesen Brief weiter schicken und wir 500.000 in nur 1 Monat erreichen werden wir die Plattformen lassen.

Danke für ihre Zeit !

Kettenbrief WhatsApp Facebook Artikel 13
(Quelle: Screenshot(facebook.com)

Sollten Sie den Kettenbrief mit einem abweichenden Text lesen, senden Sie uns diesen am besten per E-Mail an [email protected]. Dann werden wir unseren Artikel ergänzen.

Was ist an dem Kettenbrief von Artikel 13 dran?

GAR NICHTS. Und das müssen wir an dieser Stelle wirklich so deutlich schreiben. Denn obwohl der Kettenbrief schon mit dem Lesen Fragezeichen aufwirft (und jedem Deutschlehrer sich die Haare sträuben), wird er von den Nutzern immer wieder geteilt. Dabei ist er nicht nur unlogisch, sondern auch völlig sinnlos. Sie müssen auch keine Angst haben, dass YouTube oder andere soziale Netzwerke abgeschafft werden. Das ist nicht das Ziel der Urheberrechtsreform.

Wer ist Artikel 13?

Wie bereits weiter oben erwähnt, hat der Artikel 13 etwas mit der geplanten Urheberrechtsreform zu tun. Genau genommen geht es um Gesetzesentwürfe. Deswegen ist der Artikel 13 aber noch lange keine Institution, welche Kettenbriefe auf Facebook verfasst oder per WhatsApp versendet. Auch die Leute, die sich mit dem Urheberrecht und dem Artikel 13 auseinandersetzen und diesen besprechen, würden nicht auf die Idee kommen, eine derartige Nachricht zu versenden und in die Welt zu setzen.

Und noch etwas: Durch das Teilen von Texten oder Bilder wird nichts erreicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um dubiose Einkaufsgutscheine, neuen Gesetzen wie der DSGVO oder eben die Urheberrechtsreform geht.

Geht es im Artikel 13 um die Löschung sozialer Netzwerke?

Nein. Es geht nicht um die Löschung der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. Es geht im Artikel 13 lediglich um die Haftung bei Urheberrechtsverletzungen beziehungsweise Urheberrechtsverstößen. Grundsätzlich sollen durch die geplante Urheberrechtsreform der Europäischen Union die Rechte von Urhebern gestärkt werden. Das ist zunächst positiv zu bewerten. Fraglich ist, welche gesetzlichen Regelungen es in Zukunft geben wird. Und hier werden gerade einmal Vorschläge diskutiert. Von einer konkreten Reglung sind wir noch sehr weit entfernt. Wenn sie sich etwas ausführlicher mit den Gesetzentwürfen beschäftigen möchten, dann hilft eventuell die Erläuterung von Rechtsanwalt Solmecke im nachfolgenden Video:

Diese drei Gesetzentwürfe werden derzeit diskutiert:

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Rechtsanwaltskanzlei Wilde Beuger Solmecke.

Was sollten Sie mit dem Kettenbrief tun?

Am besten gar nichts. Selbst das Lesen dieser Nachricht schenkt dieser schon viel zu viel Aufmerksamkeit und stiehlt zu viel Ihrer wertvollen Zeit. Solche Texte schüren bei Menschen, die sich nicht tief mit dem Thema beschäftigen, unnötige Angst. Am besten ignorieren Sie diese Meldung und löschen die Nachricht, sollte diese per WhatsApp oder Facebook Messenger bei Ihnen eingetroffen sein.

Aber vor allem: Teilen Sie den Kettenbrief nicht weiter. Denn Sie müllen damit lediglich das Internet zu. Sinnvoll ist dies aber nicht.

Nützlich wäre sicher auch, wenn Sie diesen Artikel unterhalb des Kettenbrief-Posts teilen oder an den Kontakt senden, der Ihnen den Kettenbrief zugesandt hat.

Heute aktuell: Das müssen Sie gelesen haben:

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Was halten Sie von derartigen Kettenbriefen und haben Sie diesen auch erhalten? In den Kommentaren unter diesem Artikel können Sie mit anderen Nutzern über das Thema diskutieren. Das ist auch anonym möglich.

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1 Gedanke zu „Kettenbrief WhatsApp/Facebook: „Hallo wir sind Artikel 13 und wir wollen die Folgenden Sozialnetzwerke Löschen“ – Echt oder völliger Quatsch?“

  1. Macht sich eigentlich keiner mehr Gedanken darüber, wenn in einem „offiziellen Post“ dutzende Rechtschreibfehler enthalten sind und es sich so ließt, als wenn es ein 12-jähriger geschrieben hat?

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