ebay Kleinanzeigen: Betrug mit TAN-Codes und Cash-Codes – Verkäufer soll selbst zahlen


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Sie möchten auf ebay Kleinanzeigen etwas verkaufen und haben auch schon einen Käufer gefunden? Dann müssen Sie aufpassen, denn immer öfter werden Nutzer auf Kleinanzeigenmärkten betrogen. Entweder nimmt der vermeintliche Käufer Ihnen die Ware ab ohne zu bezahlen oder Sie werden gleich Ihres Geldes beraubt. 

Auf Kleinanzeigenmärkten sind nicht nur viele Verbraucher zu finden, die nicht mehr benötigte Gegenstände oder Kleider verkaufen. Auch Betrüger treiben sich auf Kleinanzeigenmärkten herum. Sie haben ganz verschiedene Ziele. Handelt es sich um lukrative Produkte, die sich noch verkaufen lassen, dann wollen die Kriminellen Ihnen diese Ware abnehmen, natürlich ohne zu bezahlen. Wir haben die Masche mit der Kontaktaufnahme per E-Mail auf ebay Kleinanzeigen bereits berichtet, die seit Jahren auch auf anderen Portalen angewendet wird. Auch bei der persönlichen Übergabe von Ware und Geld müssen Sie aufpassen, denn in der Vergangenheit war schon Falschgeld im Umlauf. Wer da bei der Bezahlung auf PayPal setzt, könnte ebenfalls enttäuscht werden. Denn die PayPal-Zahlung zwischen Freunden ist auf ebay Kleinanzeigen zwar üblich, aber ebenfalls unsicher.

Seit einiger Zeit gibt es neue Maschen. So haben wir vor der Bezahlung auf eBay Kleinanzeigen mit Amazon-Gutscheinen oder Cash-Codes von Steam gewarnt. Diese werden als Zahlungsmittel verwendet, sind dafür aber nicht vorgesehen. Wenn Sie die aufgerubbelten Codes einmal durchgegeben haben, sind Sie als Käufer das Geld los und bekommen keine Ware. Eine ähnliche Masche scheint jetzt gerade aktuell zu werden. Allerdings werden hier nicht Käufer, sondern Verkäufer betrogen. Ausgenutzt wird wie so oft die Unwissenheit der Verbraucher.

Haben Sie diese Videos schon gesehen?

So funktioniert die Abzocke bei Kleinanzeigen mit TAN-Codes

Video Player von Glomex (Datenschutzrichtlinien)

Auch bei dieser Masche werden wichtige Prinzipien des Verkaufs auf Kleinanzeigenportalen ausgehebelt. Es findet hier keine persönliche Übergabe von Ware und Geld statt, wie das eigentlich vorgesehen ist. Vielmehr wird die Ware scheinbar von der Ferne bezahlt und der Verkäufer soll diese versenden. Allerdings kommt es den Betrügern in diesem Fall gar nicht auf die Ware an. Denn am Ende zahlt der Verkäufer Geld an den trickreichen Käufer. So werden Sie betrogen:

  • Zunächst nimmt ein potenzieller Käufer ganz unauffällig Kontakt mit Ihnen auf und interessiert sich für den angebotenen Artikel.
     
  • Im ersten Schritt schreiben die Kriminellen mit Ihnen etwas hin und her, erkundigen sich zum Artikel und stellen Fragen. Dazu gehört oft auch die Frage, ob Sie die Ware versenden, denn nur dann funktioniert der Trick. Alles ist vollkommen unauffällig und authentisch. Deshalb werden Sie sich einig.
     
  • In einigen Fällen wechseln die Betrüger vom internen Nachrichtensystem des Kleinanzeigenportals auf die Kommunikation per SMS, WhatsApp oder E-Mail.
     
  • Der vermeintliche Käufer informiert Sie, dass er die Ware per PayPal oder über ein anderes gängiges Zahlungssystem bezahlen möchte. Doch zum Schutz vor Betrug müssen Sie erst einen Sicherheitscode bestätigen, den Sie per SMS zugesandt bekommen.
     
  • Wenig später erhalten Sie den angekündigten PIN in Form einer TAN-Nummer per SMS, die Sie dem angeblichen Käufer durchgeben sollen. Doch wenn Sie das tun, verlieren Sie direkt Geld.
     
  • Diese TAN dient natürlich nicht dem Schutz vor Betrug. Vielmehr handelt es sich um eine Transaktionsnummer, mit der Sie eine Zahlung bestätigen. Sie bezahlen also einen oft unbekannten Betrag an den Kriminellen. Dieser hat in der Regel im Internet Waren oder Dienstleistungen eingekauft und muss zur Bezahlung den Ihnen zugesandten Code eingeben. Unter Umständen haben Sie mit der Herausgabe der TAN sogar ein Abo abgeschlossen. Das Geld wird bei Ihnen über die Mobilfunkrechnung abgebucht.
     
  • Nach der Übermittlung der TAN-Nummer bricht der Kontakt zu dem Fake-Käufer ab. An der Ware hat dieser kein Interesse. Der Name und die Anschrift des Käufers, die Sie im Vorfeld womöglich erfragt haben, sind frei erfunden.
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Wie können Sie sich vor dieser Masche schützen?

Wir können an dieser Stelle nur an die grundsätzlichen Sicherheitsmaßnahmen erinnern. Wenn Sie die nachfolgenden Hinweise beachten, können Sie nicht abgezockt werden:

  • Kommunizieren Sie mit dem Verkäufer nur über die Nachrichtenfunktion des jeweiligen Kleinanzeigenportals.
  • Tauschen Sie Nachrichten niemals außerhalb des Portals via WhatsApp, SMS oder E-Mail aus.
  • Tauschen Sie Ware und Geld immer persönlich vor Ort. Lassen Sie sich auf keine anderen Zahlungsweisen ein.
  • Geben Sie keine Daten heraus, die Ihnen per SMS oder WhatsApp zugesandt werden. Hierbei könnte es sich um Verifikationscodes handeln. Sie wissen nicht, für was dies Codes gedacht sind.

Grundsätzlich empfehlen wir zudem die Einrichtung einer Drittanbietersperre für Ihren Mobilfunkvertrag. Ist diese eingerichtet, können keine Waren über die Telefonrechnung bezahlt werden. Das schützt Sie nicht nur vor der hier beschriebenen Abzocke, sondern auch vor den meisten Abofallen.

Sie sind hereingefallen? Was sit zu tun?

Leider fallen auf diese recht neue Masche sehr viele Verbraucher herein. Einige merken jedoch, dass sie einen Fehler gemacht haben. Doch was ist zu tun, wenn Sie den PIN durchgegeben haben? In den meisten Fällen wird das Geld weg sein. Sie können jedoch folgendes versuchen:

  1. Rufen Sie  unverzüglich den Anbieter an, von dem Sie den PIN / TAN bekommen haben (beispielsweise PayPal). Informieren Sie das Unternehmen über den Phishing-Vorfall. Möglicherweise lässt sich die Zahlung noch stoppen.
  2. Sichern Sie jeglichen Schriftverkehr mit dem Betrüger.
  3. Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der Polizei. Das geht auch online über die Internetwache.
  4. Prüfen Sie, ob den entstandenen Schaden eine Ihrer Versicherungen übernimmt. Viele Versicherungen enthalten eine so genannte Cyberpolice, die Schäden aus Betrugshandlungen im Internet reguliert. Mehr Informationen …
  5. Informieren Sie auch das Kleinanzeigenportal, über das der Kontakt zu dem Betrüger geknüpft wurde. So erreichen Sie beispielsweise eBay Kleinanzeigen.

Wurden Sie auf eBay Kleinanzeigen oder anderen Portalen schon betrogen?

Wir möchten andere Nutzer vor allen Betrugsmaschen warnen, damit das Internet ein sicherer Ort wird. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an [email protected] und erläutern Sie, wie Sie betrogen wurden oder woran Sie den Betrug erkannt haben. Alternativ können Sie sich unterhalb des Artikels über die Kommentare anonym mit anderen Nutzern austauschen.




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