WhatsApp: Sprachnachricht zum Coronavirus und Ausgangssperre verbreitet Panik


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Aktuell verbreitet sich auf WhatsApp eine Sprachnachricht zum neuen Coronavirus (Covid-19). Angeblich geht es um einen Ärztetreff in der Charité Berlin. Die Ärzte schieben wohl Panik, weil es kein Mittel gegen das Virus gibt. In einer anderen Nachricht geht es um Ausgangssperre. Was ist an diesen Kettenbriefen dran?

Zu fast allen aktuellen und interessanten Themen entstehen auch dubiose Kettenbriefe und Fake-News. Damit werden die Menschen zusätzlich verunsichert. Oft sind diese Posts mit vermeintlich nützlichen Informationen ausgestattet. Das hat zur Folge, dass die Nutzer die Texte teilen und so für eine große Verbreitung sorgen. Tatsächlich handelt es sich meist um Fake-News oder gefährliche Halbwahrheiten.

Wir haben hier schon vor dem dubiosen Video von Odysseus auf WhatsApp berichtet. Angeblich sollte dieses geheime Informationen enthalten, die von den Medien bewusst zurückgehalten wurden. Gewarnt haben wir auch vor dem Gerücht, dass Sie Desinfektionsmittel konsumieren sollen, um sich vor dem gefährlichen Virus zu schützen. Nicht zuletzt werden gefälschte E-Mails versendet, die auf den Coronavirus aufsetzen. Diese Nachrichten enthalten tatsächlich einen Virus, allerdings ist dieser für Ihren Computer gefährlich. Dagegen enthält der Whats-App Kettenbrief zu Covid-19 einen Ärztetipp. Doch diesen sollten Sie nicht zu Ernst nehmen. 

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Generelle Information zu WhatsApp-Sprachnachrichten zum Coronavirus

Grundsätzlich sollten Sie den Audio-Nachrichten auf WhatsApp keinen Glauben schenken und vor allem nicht als Informationsquelle nutzen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Erstens wissen Sie nicht, wann der ursprüngliche Verfasser die Sprachnachricht verfasst hat. Diese kann  schon veraltet sein, da Audios von Nutzern immer wieder geteilt werden. Andererseits handelt es sich bei diesen Informationen im besten Fall um persönliche Meinungen. Es ist also nicht mehr Wert als ein Biertischgespräch. Andere Menschen möchten damit gezielt verunsichern und Fake-News verbreiten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob in der Nachricht ein besorgter Bürger scheinbar ganz genau weiß, was es mit dem Coronavirus auf sich hat, wie man sich vor COVID19 schützen kann oder wie es damit in der Zukunft weitergeht. Auch die Nachrichten von angeblichem medizinischen Personal, die Geheiminformationen aus Krankenhäusern bekannt geben, sind nicht vertrauenswürdig. In der Regel werden die Menschen durch diese Nachrichten nur verunsichert. 

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Treffen die Ankündigungen im Kettenbrief zu?

Die Lage rund um den Coronavirus ist weltweit angespannt. Niemand, aber auch gar niemand weiß heute, was in der Zukunft passieren wird und wie sich die Lage entwickelt. Zu allerletzt weiß das ein anonymer WhatsApp-Nutzer, der eine Sprachnachricht versendet. Klar ist, dass wir uns in einer außergewöhnlichen Lage befinden. Mutmaßungen und Spekulationen für die Zukunft sind fehl am Platz. Informieren Sie sich aus offiziellen Quellen. Nur dort erhalten Sie die aktuell gültigen Hinweise zur aktuellen Lage und den notwendigen Maßnahmen. Die Links dazu finden Sie in folgenden Artikeln:

Ibuprofen ist schädlich? Information der Uniklinik Wien?

Da informiert die Elisabeth die Isabella, dass sie Insider-Informationen von einer Freundin bekommen hat, die „bisschen“ Forschung zum Coronavirus betreibt. Und diese hätte angeblich Informationen, dass Ibuprofen die Vermehrung des Coronavirus beschleunigt. Natürlich sind die Informationen streng geheim und niemand darf es wissen. Nur per WhatsApp wird es verbreitet. Und dazu wird in der Nachricht auch aufgerufen. Die Story alleine ist schon verrückt. Es handelt sich um Fake-News.

Bitte schenken Sie solchen Nachrichten keinen Glauben. Es beginnt schon damit, dass keine Uniklinik ein „bisschen forscht“. Und wenn es solche Erkenntnisse gäbe, dann würden diese auch offiziell veröffentlicht. Das Medium WhatsApp ist für die Veröffentlichung solcher Informationen weder geeignet noch das Mittel der Wahl. Für die Behauptungen gibt es aktuell keinerlei Belege. Damit eignet sich die Nachricht ausschließlich dazu, Unruhe und Panik zu verbreiten. Verlassen Sie sich auf offizielle Quellen. Die stille Post war noch nie etwas wert, wenn eine Freundin einer Freundin von jemanden hört, der ein bisschen was geforscht hat. Vor allem bei einem so ernsten Thema, sollten Sie diese Infos nicht weiter verbreiten und darüber aufklären.

Die Uniklinik Wien hat dazu laut pharmazeutische-zeitung.de bereits reagiert:

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Fake News handelt, die in keinerlei Zusammenhang mit der MedUni Wien stehen!


Sprachnachricht mit Info zu Ausgangssperre in Rheinland-Pfalz, Hessen und NRW

04.03.2020: Die Menschen denken sich immer wieder neuen Unsinn aus oder glauben Geschichten von Menschen, die Angst und Schrecken verbreiten möchten. Und das gelingt. Immer mehr Menschen melden sich via WhatsApp unter der Telefonnummer 03054909774 in unserer Redaktion. In dem aktuellen Kettenbrief geht es um eine angeblich geplante Ausgangssperre.

Doch die Räubergeschichte beginnt schon am Anfang mit einer typischen Phrase. Sie können eigentlich ausschalten, wenn Sie hören, dass von der Arbeitskollegin die Nachbarin und deren Freundin im Rathaus in Wiesbaden arbeitet und geheime Informationen hat. Angeblich hat sie Kenntnisse darüber, dass es ab Donnerstag eine Ausgangssperre für Rheinland-Pfalz, Hessen und NRW geben wird. Auch die Zeitangabe „ab Donnerstag“ ist so wunderbar unkonkret, sodass sich die Nachricht über Wochen oder Jahre verbreiten kann, ohne unaktuell zu werden. Schließlich gibt es immer einen Donnerstag.

Das ist die Wahrheit: Die Freundin aus dem Rathaus ist wahrscheinlich frei erfunden, jedenfalls ist sie die Einzige, die von dieser Quarantäne weiß. Etwas derartiges in dieser Fläche ist aktuell nicht geplant. Wir haben darüber berichtet, wie Gesundheitsminister Spahn die Lage am 03.03.2020 einschätzt und welche Auswirkungen der Coronavirus auf den Alltag haben könnte. Glauben Sie den Unfug nicht und lassen Sie sich keine Angst machen. Halten Sie sich bitte an die Fakten, die ganz sicher nicht per anonymer WhatsApp-Nachricht bekannt werden.

WhatsApp Sprachnachricht enthält angeblich Insider-Informationen

Eine andere auf WhatsApp geteilte Sprachnachricht zu Covid-19 berichtet von einem Treff internationaler Ärzte in der Charité Berlin. Dort haben diese sich zum Coronavirus beraten.

Die Mitteilung beginnt mit den Worten: „Ja hallo, ich mach jetzt die Nachricht ein bisschen allgemein, damit ich die weiter verschicken kann“. Angeblich hat der Sprecher bisher keine Panik wegen des Coronavirus verbreitet. Doch er weiß nun angeblich etwas aus erster Hand von einem Arzt, den er persönlich kennt.

Ärzte aus Europa, auch aus China sehen sich jetzt in der Verantwortung und wollen alles ihren Freunden und Bekannten mitteilen. Weil es die Politik nicht macht.

Anschließend meint der Sprecher, dass die Chance unter 55 Jahren gut sei zu überleben. Man würde meist gar nicht mitbekommen, dass man sich infiziert hat. Doch über 55 Jahren würde die Sterberate bei 80 Prozent liegen.

Die Ärzte würden empfehlen, Menschenansammlungen wie Moscheen, Kirchen, U-Bahnen, Zugverkehr zu meiden. Außerdem soll man sich nicht mehr umarmen, lieber drei Minuten statt 30 Sekunden Händewaschen. 

Berlin soll ab nächste Woche komplett abgeriegelt werden, Bundeswehr wird eingesetzt und Lebensmittel werden nach Hause geliefert. 

Am Ende wird aufgefordert, sich für 1 Monat mit Lebensmitteln einzudecken. Außerdem soll man keine Wasserflaschen aus Plastik kaufen, weil sich dort Viren und Bakterien länger halten.


Was ist dran an der Sprachnachricht?

Grundsätzlich kann man sagen, dass anonymisierte Nachrichten meist zur Panikmache dienen. Wir wissen nicht, wer hier spricht und wann diese Nachricht aufgenommen wurde. Wahr ist, dass auch die Bundesregierung empfiehlt, einen Lebensmittelvorrat für 14 Tage anzulegen. Wie so ein Vorrat an Lebensmitteln aussehen kann, zeigen wir Ihnen.

Grundsätzlich ist es sowieso nicht schlecht, gerade auch in der Grippezeit, Menschenansammlungen zu vermeiden. Hier ist die Frage, inwiefern sich jeder daran halten kann. Schließlich muss man auch auf Arbeit kommen und nicht jeder besitzt ein eigenes Auto.

Ob sich Viren auf Plastikfalschen länger halten? Wir wissen es nicht, aber im Falle des Coronavirus ist es nach Expertenmeinungen unwahrscheinlich.. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zur Ansteckungsgefahr durch Pakete aus China. Was wir wissen ist, dass Plastikflaschen nicht gut für die Umwelt sind. Und ob Berlin tatsächlich unter Quarantäne gestellt wird? Sicher müsste das zunächst erst einmal in anderen Orten erfolgen, welche weit mehr Infizierte aufweisen als Berlin.

Sprachnachricht mit Bestätigung der ersten Voice-Message aufgetaucht

04.03.2020: Mittlerweile gibt es eine weitere Sprachnachricht, die offensichtlich die Behauptungen der ursprünglichen Nachricht bestätigen soll. Allerdings ist diese noch schlechter gemacht, als die erste Voice-Message. Inhaltlich geht es wieder um das ominöse und geheime Treffen. Wieder wird Panik gemacht. Mit solchen Nachrichten sollen Menschen gezielt in die Irre geführt werden.

Für die Behauptungen werden keinerlei Belege geliefert. Doch diese sind eben eine Voraussetzung, damit die Presse berichten kann und wird. Glauben Sie den Unfug nicht. Lachen Sie einmal laut, dass tut gut. Wichtig ist nur, dass Sie diese Nachrichten nicht weiter versenden, denn damit helfen Sie Ihren Freunden nicht. Im Gegenteil: Sie tragen dazu bei, dass Ihre Kontakte noch mehr verunsichert werden. 

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Was sollen Sie mit den Kettenbriefen machen?

Wir empfehlen, nicht in Panik zu verfallen. Leiten Sie die Kettenbriefe auf keinen Fall weiter. Der Inhalt ist wenig zielführend und verbreitet eher Angst und Schrecken. Vor allem labile Menschen und Kinder könnten von derartigen Spam-Mitteilungen irritiert sein. Zusätzlich würden Sie Familie und Freunde nur verunsichern. An anonymen Insider-Informationen ist ohnehin meist nichts dran, maximal eine Halbwahrheit.

Viel wichtiger ist, dass Sie sich auf den offiziellen Seiten informieren, wie Sie sich gegen das Virus SARS-CoV-2 schützen können. 

Melden Sie dubiose Kettenbriefe und WhatsApp-Angebote

Damit wir vor unseriösen Angeboten und gefährlichen WhatsApp-Nachrichten warnen können, benötigen wir Ihre Hilfe. Bitte leiten Sie uns dubiose Nachrichten direkt per WhatsApp an 03054909774 weiter. Auch wenn Sie unseriöse Facebook-Posts sehen, freuen wir uns über eine Information (möglichst mit Screenshot) an [email protected].


Haben Sie den Kettenbrief mit der Sprachnachricht erhalten?

Uns interessiert, wie sich der Kettenbrief verbreitet. Haben Sie diesen ebenfalls erhalten? Wo wohnen Sie? Aktuell wissen wir vor allem von Lesern aus dem Westen von dieser Nachricht. Nutzen Sie die Kommentare unter diesem Beitrag.

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21 Gedanken zu „WhatsApp: Sprachnachricht zum Coronavirus und Ausgangssperre verbreitet Panik“

  1. Aktuell Sprachnachricht in Whatsapp bekommen. Diese Stammt von einem gewissen „Kandy“ oder „Candy“ und berichtet von Insiderwissen aus zwei unabhängig, glaubwürdigen Quellen (ein Anwalt und ein Mitarbeiter der Regierung) wonach ab Montag Deutschland dicht macht, Supermärkte nur noch 2 Stunden am Tag geöffnet haben und dann Terror herrscht. Auch von einer möglichen Ausgangssperre ist die Rede

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  2. Trifft das nur für den Gruppen Chat zu?
    Bin nur in einem, welcher aus Familienmitgliedern sowie engsten Freunden besteht.
    Bisher hatte ich noch nie einen Kettenbrief bzw. eine Sprachnachricht.

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    • Am 14.03.20 zweimal unabhängig voneinander die Nachricht vom Ibuprofen in Göttingen erhalten. Bekam ich einmal von einer Person aus Hannover und einmal von einer Person aus Göttingen.

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    • Ich habe diese Sprachnachricht und noch eine weitere erhalten. Bei der zweiten bestätigt ein Mann die erste Sprachnachricht, seine Frau würde als Krankenschwester in der Charitè Berlin arbeiten. Eine Freundin hat mir beide zugesendet (wir haben uns die letzten Tage viel über den Coronavirus unterhalten). Ich finde es erschreckend, wie schnell sich diese Nachricht anscheinend verbreitet. Meine Mutter ist total aufgelöst, weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Ich halte diese Nachricht für Humbug. Warum Berlin (wie ihr auch bereits geschrieben habt), wo es doch mehr Fälle bereite in Nrw gab. Es ist eine Sauerei mit dieser Panikmache. Sehe die Schuld da aber auch in der Politik, welche nicht auf die Ängste der Menschen eingeht. Es wird bestimmt einiges vertuscht.

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